Frankreich 2021
Am 19. Mai öffneten Frankreichs Theater ihre Tore. Allgemeines Aufatmen blieb aus, zu viele Probleme waren ungeklärt. Da ist vor allem der Streit um die Reform der Arbeitslosenversicherung, die den ohnehin gebeutelten Künstler*innen und Techniker*innen weitere Opfer abverlangen wird. Etwa ein Drittel muss sich wohl einen neuen Beruf suchen. Auch zwischen den Spielstätten öffnet sich die Schere. Die größeren, voll subventionierten Häuser können es sich leisten, vor coronabedingt halb leeren Rängen zu spielen, kleinere, privat finanzierte Bühnen dagegen nicht.
Für die Kompanien wird der Produktionsrückstau erst in zwei bis drei Jahren abgebaut sein, und manche Stücke, für die große Tourneen vorgesehen waren, fallen in eine Art schwarzes Loch. So Angelin Preljocajs «Schwanensee» oder Carolyn Carlsons «The Tree», ein subtiler Aufruf zur Versöhnung von Mensch und Natur. In Zeiten des Klimawandels eigentlich unverzichtbar, könnte es zwischen neueren Produktionen anderer Kompanien zerrieben werden.
Doch das Schlimmste steht Frankreichs Kulturszene noch bevor. Denn wenn die Corona-Krise eines ans Licht gebracht hat, dann ist es die Erosion der ihr entgegengebrachten Wertschätzung. 2022 ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Parkett international, Seite 142
von Thomas Hahn
Das Ende der Welt ist gar nicht so weit weg. Doch um dahin zu kommen, müssen wir die Wege des Genfer ÖVs ergründen. Foofwa d’Imobilité sollte das theoretisch leichtfallen. Er ist hier aufgewachsen. Praktisch aber bewegt er sich, seit er aus New York zurückgekehrt ist, mit dem Fahrrad durch seine Heimatstadt. «Das ist das Schöne an einer so kleinen Stadt: Man kommt...
Joy Alpuerto Ritter, wir sind hier auf dem Tempelhofer Feld mitten in Berlin. Ich fand das tiefe Ausatmen eben herrlich, als wir beide aus der engen Herrfurthstraße in diese Weite hinaustraten.
So ein unverstellter Horizont. Das ist jedes Mal ein ganz unerwartetes Gefühl, obwohl ich hier schon so oft gewesen bin. Man gewöhnt sich derart schnell an die Berliner...
Da sage noch einer, in Frankreich hätten sie keinen Sinn mehr für Romantik. Dabei macht die von Charles Garnier erbaute, 1875 eröffnete Opéra, Hort von «Schwanensee», «Giselle» und «Phantom»-Fantasien, Furore im queeren Pop-Geschäft. Und das kam so: Erst gab es die Musik, aufgehängt am Liebesdrama Dante Alighieris mit seiner Beatrice, dann trat ein Filmregisseur...
