Foto: Martin Müller

Frankfurt/Main: Isabelle Schad «Solo für Lea»

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Lea ist Lea Moro. Ihr Nachname fehlt dem Titel, ebenso wie ihr Gesicht dem Stück fehlt. Sie zeigt es nicht. Sie ist ein Körper ohne Stirn. Das zu tanzen ist allein ein Kunststück: knapp eine Stunde sich so zu bewegen, dass niemand sieht, wer da tanzt. Sie meidet den Blick, damit wir besser gucken, wie sie ihre Arme über ihre sich hebenden Schultern legt, die sich ruckartig verdrehen, während sie ihre Hände wie zu einer Bohrspitze faltet. Der Sound dazu von Damir Šimunović macht glauben, dass ihre Gelenke knacken.

Zart modellierend fährt das Licht von Bruno Pocheron ihren immer nackter werdenden Körper entlang. Es betont das kräftige Fleisch ihrer Waden. Es rutscht das schwarze T-Shirt. Die Grübchen an ihrem entblößten Rücken werden als tiefe Schatten sichtbar. Die schwarze Hose schwindet. Die Zuschauenden betrachten einen schönen, prallen Hintern wie ein Gesicht.

Sie sitzt rücklings zu uns. Sie spreizt die Arme, und man schaut sogleich in die amorphe Lücke, die sich zwischen Armen und Rumpf auftut. Man betrachtet das Negativ, die Form des Raums, die sich ergibt, sobald man zwischen Arm und Rumpf ins Schwarze schaut. Sie legt die Arme an. Nun sieht sie aus wie ein Brathähnchen, ...

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Tanz Oktober 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 34
von Arnd Wesemann

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