Bücher, CD, DVDs Oktober 2017
Film: El Séptimo Sentido
Ignoranz sei schlimmer als Hass, sagt Choreografin Avatâra Ayuso, und sie redet in diesem Augenblick eigentlich von Benachteiligten in Gesellschaften weltweit, von Flüchtlingen in Europa oder der Kaste der Unberührbaren in Indien. Aber sie könnte auch von sich selbst sprechen. Ignoranz, so die Quintessenz der Dokumentation von Silke Abendschein «El Séptimo Sentido – I am a Dancer. Von der Kunst zu leben», das ist die größte Hürde für junge Tanzkünstler in Europa.
Wie auffallen bei einer Audition mit Hunderten? Wie sich als Choreografin etablieren? Das fragen sich die Spanierinnen Alejandra, Avatâra und Eugenia, ausgebildete Tänzerinnen mit fragwürdiger Perspektive in der krisengebeutelten Heimat. Pragmatikerin Eugenia gründet in einem Arbeiterviertel in Barcelona eine Tanzschule und widmet ihr Leben der pädagogischen Mission. Die Träumerin Alejandra hofft in London auf ihre Entdeckung als Tanztalent, gibt irgendwann auf und sucht im Tantra-Yoga ihre Bestimmung. Und die passionierte Avatâra rackert sich ab für ihre Choreografinnen-Karriere. Eine Powerfrau, kraftvoll und immer feminin auf der Bühne, bei Preisverleihungen (bei denen sie leer ausgeht), als ...
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Tanz Oktober 2017
Rubrik: Medien Oktober 2017, Seite 60
von Red.
Tabula rasa, Teil zwei – und Schluss? Es ist schon ungewöhnlich, zu Beginn einer Spielzeit Bilanz zu ziehen. Beim Bayerischen Staatsballett ist das so. Anhand fehlender oder nie gelesener Namen in der Ankündigung zur Spielzeit 2017/18 konnte man sich zusammenreimen, dass Igor Zelensky, seit einem Jahr Direktor der Kompanie, auf der Ballettetage vollendet hat, was...
Wenn Sie, ja Sie, Tanz anschauen – wonach richten Sie sich? Warum gehen Sie in das Stück von X und nicht in das Stück von Y? Was wäre, wenn Ihnen mal niemand verraten würde, wer die Hersteller sind? Würden Sie dann trotzdem eine Karte kaufen? Wir wissen zwar nicht, wie groß der Teil des Publikums ist, der sich bei der Entscheidung zum Ticketkauf vor allem vom Namen...
Ausstellung
Degas in London
William Burrell (1861 – 1958) machte als Reeder ein Vermögen und investierte es auch noch gewinnbringend: in bildende Kunst. So kam der Schotte zu einer der bedeutendsten Privatkollektionen, bestückt unter anderem mit einer Vielzahl an Gemälden und Zeichnungen von Edgar Degas. Davon wiederum gastiert nun ein beträchtlicher Teil in...
