Fragil

Bill Viola in Lüttich

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Mit der Kunst des Tanzes teilt Bill Viola die Medien des Körpers und der Zeit. Die Fragilität des Flüchtigen ist den Werken des US-amerikanischen Videokünstlers eingeschrieben seit seinem Beginn als Pionier dieser Kunst. Die Verletzlichkeit des Lebens zieht sich als roter Faden durch seine Bildwelten. Die Verlangsamung der Bewegung aber und die Dehnung des Moments nutzt er dank einer hochgerüsteten Technik in einer hochdramatischen Weise. Transformationen von Emotionen, Körper und Geist zu beobachten, wird so zu einem besonderen Erlebnis.

«The Astonished», 2000 entstanden, ist Teil einer Serie über Leidenschaften: Vier Männer und eine Frau stehen eng zusammen, die Komposition erinnert an Gruppen von Beobachtern, etwa der Leiden Christi, in Gemälden der Renaissance. Langsam verändern sich ihre Gesichtszüge, Hände wandern zum Herzen, Augen schließen, Münder öffnen, Köpfe neigen sich. Der Moment der Aufnahme, der 45 Sekunden dauerte, ist in der Aufführung auf 50 Minuten gedehnt. Der Fluss der Energie im Körper scheint in ungewohnter Weise sichtbar zu werden, die Transformation in Mimik und Gestik wird der Vertrautheit des Alltags entrissen und zu einem eigenen Schauspiel, in dem jede ...

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Tanz Januar 2024
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Katrin Bettina Müller

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