Yoshilo Waki «Koreality – (K)eine Geisterbeschwörung»
Am Ende fliegt Glitterregen über den asketischen Buddha-Tänzer und verwandelt die Bühne in ein wahrhaft unasketisches Glittermeer. Das paradoxe Bild beeendet «Koreality – (K)eine Geisterbeschwörung» von Bodytalk, das koreanische Selbst- und Fremdbilder in energetischer Weise zusammenbringt. Choreografin Yoshiko Waki und Produzent Rolf Baumgart haben mit dem «SIDance – Seoul International Dance Festival» zusammengearbeitet, wo das Stück im September auch gezeigt wird.
Der Abend vereint Fremd- und Selbstbespiegelungen: Vier südkoreanische Tänzerinnen und vier Tänzer geben bei der Aufführung in der Kölner TanzFaktur einen überbordenden Einblick in die koreanische (Tanz-)Gesellschaft. Leistungsdruck paart sich mit K-Pop-Extravaganzen, bedrohliche Messer und raketengleiche Riesenbleistifte fliegen über die Bühne, es wird zum Arielle-Ausflug unter das Meer geladen – bevor folkloristische Tuchtänze die Bühne erneut verwandeln. Anna Kang zaubert dazu live via Klavier oder Synthesizer die passende Musik zwischen Wagner, Pop und Punk.
Bodytalk setzt wie immer auf drastische Überspitzungen und bildstarke Übersetzungen von Ideen. Die Tänzerinnen, allesamt mit zeitgenössischer Expertise, ...
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Tanz August-September 2023
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Torben Ibs
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