flashmobbing
Ausnahmsweise darf der Besucher die Leipziger Red-Bull-Arena über den Haupteingang betreten, durch den sonst nur die beflügelten Glücksritter vom Rasenballsport e. V. und ihre viertklassigen Gegner stapfen. Der Gang durch die Katakomben ist ein Gang durch die Zeit. Man passiert die Schichten vom Adolf-Hitler-Feld über das «Stadion der Hunderttausend» bis zur dies alles adoptierenden Red-Bull-Arena: ein Raum für Massen und Kurzzeit-Kollektive, ob sie nun der Fußball eint oder eine Choreografie. In der kleinen Vorhalle zum Stadion tanzt ein Schwarm barfüßiger Menschen.
Von vorn hört man eine Stimme: «1, 2, 3, links, dann vor, zurück und diagonal!» Sie gehört der Choreografin Heike Hennig, die hier mit den Teilnehmern von «Turn!» eine Massenchoreografie probt. Nur 170 sind gekommen, seine Wirkung verfehlt es trotzdem nicht. Zwischen den inszenierten Szenen bricht sich das subversive Element Bahn. Nach dem Prinzip von «Instant Composition» sind die Teilnehmer die Choreografen ihrer selbst. Spontane Bewegungssequenzen werden weitergegeben und variiert, bis alle angesteckt sind. Hemmungen fallen, Individuen entstehen und vergehen, Gemeinschaften bilden und zerstreuen sich wieder, ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Sebastian Göschel
Es geht auch ohne Worte: Im jüngsten Stück des französischen Regisseurs und Choreografen bleiben die Tänzer still. Sigal Zouk betritt die Bühne, in hellem Pulli, schwerem Rock, barfuß. Sie steht ruhig in der ersten Position, sie hebt und senkt den Kopf, öffnet die Hände, legt sie auf ihren Bauch, schließt ein Port de bras an, beugt die Knie, erhebt sich auf halbe...
Vereinzelte Töne tröpfeln aus den Lautsprechern im Dachgeschoss. Es knarzt und knackt im Probenraum der Münchner Tanztendenz. Die Tänzerin, Choreografin und Yoga-Lehrerin Anna Holter probt mit ihrem Ensemble «Thema 3» – ein Stück, in dem sich die gebürtige Schwedin mit unterschiedlichen Assoziationen zur Zahl drei auseinandersetzt. Die Tänzerinnen bewegen sich...
Zum ersten Mal in der Hauptstadt gibt es Tanzfilm-Glimmer wie sonst nur in Brighton oder Amsterdam. Moderiert von Pegah Ferydoni, dem neuen Gesicht im «zdf.kulturpalast», sind zwölf Tanzfilme zu sehen, die zum «must see» des Genres gehören, von William Forsythe, Sasha Waltz, Jirˇí Kylián, Édouard Lock. Wim Wenders’ «Pina» trifft auf Birgit Adlers «Warten auf...
