flashmobbing
Ausnahmsweise darf der Besucher die Leipziger Red-Bull-Arena über den Haupteingang betreten, durch den sonst nur die beflügelten Glücksritter vom Rasenballsport e. V. und ihre viertklassigen Gegner stapfen. Der Gang durch die Katakomben ist ein Gang durch die Zeit. Man passiert die Schichten vom Adolf-Hitler-Feld über das «Stadion der Hunderttausend» bis zur dies alles adoptierenden Red-Bull-Arena: ein Raum für Massen und Kurzzeit-Kollektive, ob sie nun der Fußball eint oder eine Choreografie. In der kleinen Vorhalle zum Stadion tanzt ein Schwarm barfüßiger Menschen.
Von vorn hört man eine Stimme: «1, 2, 3, links, dann vor, zurück und diagonal!» Sie gehört der Choreografin Heike Hennig, die hier mit den Teilnehmern von «Turn!» eine Massenchoreografie probt. Nur 170 sind gekommen, seine Wirkung verfehlt es trotzdem nicht. Zwischen den inszenierten Szenen bricht sich das subversive Element Bahn. Nach dem Prinzip von «Instant Composition» sind die Teilnehmer die Choreografen ihrer selbst. Spontane Bewegungssequenzen werden weitergegeben und variiert, bis alle angesteckt sind. Hemmungen fallen, Individuen entstehen und vergehen, Gemeinschaften bilden und zerstreuen sich wieder, ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Sebastian Göschel
In der tiefsten Provinz Westfrankreichs, in La Roche-sur-Yon, gründete Mickaël Le Mer die Kompanie S’poart. Sie ist derzeit das bekannteste Erzeugnis der Kleinstadt zwischen Rennes und La Rochelle, die auf einem Granitfelsen erbaut wurde. Le Mer versammelte dort oben eine Handvoll Breakdance-Begeisterte und zog immer wieder hinaus in die Welt des Hip-Hop, wo er auf...
Wenn Cyndi Lee an die gute alte Zeit zurückdenkt, gerät sie schnell ins Schwärmen. «Es waren die frühen Siebziger in Kalifornien», sagt die heute 57-Jährige, «wir waren alle jung und alle Hippies. Wir haben Unmengen an Drogen geraucht, haben am Strand von Santa Barbara das Mahavishnu Orchestra gehört und Transzendentale Meditation gemacht. Und wir waren alle...
Sie war eine der Musen Jan Fabres. Mit dem Solo «Quando l’uomo principale è una donna» schuf er ihr 2004 ein choreografisches Denkmal. Seit ein paar Jahren geht sie nun eigene tänzerische Wege. Ihr erstes Stück, 2008, heißt «Birth of Prey» – Lisbeth Gruwez zeigt hier eine wilde Performance als körperliche Reaktion auf Live-Musik. Damit gastiert sie im September in...
