Fette Raupen, gefräßige Wände
Beim NDT II, der Junior-Kompanie des Nederlands Dans Theater, sind 16 Tänzer engagiert, je acht Damen und Herren. Der Japaner Shusaku Takeuchi, in Den Haag kein Unbekannter, spannt alle 16 vor den Karren. Für sein 38-Minuten-Stück «Caterpillar», mit dessen Uraufführung NDT II einen «Rush» überschriebenen Vierteiler eröffnet, steckt er die Frauen in lange, bunte Flatterkleidchen und die Gruppe, heftig wippend zu schweren Heavy-Metal-Rhythmen von Det Wiehl, Mark Tegefoss und André Bach, in Lack und Leder.
Er lässt Nebel wallen, Schleier flattern und die Bühne des Haager Lucent Danstheater bunt beleuchten.
Eine Tänzerin windet sich aus einem Krankenbett, in dem ein Schwerverletzter liegt, und watschelt auf den Knien in den Hintergrund. Eine andere herzt und liebkost den Patienten und löffelt ihm pantomimisch Suppe in den Mund. Sonst geht und rennt man umher, steht herum und schwenkt einander im Kreise. Dabei entsteht weder eine Handlung noch eine choreografische oder tänzerische Struktur. Vielmehr entpuppt sich Takeuchis «Raupe» als ein eklektischer Bilderbogen, eine Art Comic mit lebenden Figuren. Das wundert nicht. Denn Takeuchi hat in Tokio Kunst und Design studiert, ehe er zu ...
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Schau, was kommt von draußen rein? Es ist nicht das feine Liebchen, auch wenn es sich zuweilen durchaus fein und lieblich gebärdet. Es ist auch nicht der Nikolaus, trotz der dicken Mäntel und der wuchtigen Schritte. Bunte Gestalten sind es, die zum Fenster einsteigen oder aus Schlafsäcken kriechen und gern Lenny Kravitz hören, denen aber auch Franz Schuberts...
Armer Andersen. Lebendigen Leibes begraben zu werden, war seine große Furcht. Sein Leben lang lag ein Zettel neben dem Bett mit den Worten: «Ich bin nur scheinbar tot». Nun zappelt er im Londoner Linbury Studio Theatre unter dem Leichentuch wie sein Zeitgenosse Philipp am Tisch. Und immer wieder wird es ihm über den Kopf gezogen. Bis die neun Tänzer der Arc Dance...
John Neumeiers Tanzsammlung ist für Hamburg gesichert: Nach jahrelanger Suche wurde ein stattliches Domizil für das Museumsinstitut gefunden. Es ist eine zentral, in erstklassigem Viertel nahe der Universität gelegene Stadtvilla in der Heimhuderstrasse 71. Neumeier, das Denkmalschutzamt und die Kulturbehörde haben sich über die Immobilie geeinigt. Bisher wurde das...
