Fette Raupen, gefräßige Wände
Beim NDT II, der Junior-Kompanie des Nederlands Dans Theater, sind 16 Tänzer engagiert, je acht Damen und Herren. Der Japaner Shusaku Takeuchi, in Den Haag kein Unbekannter, spannt alle 16 vor den Karren. Für sein 38-Minuten-Stück «Caterpillar», mit dessen Uraufführung NDT II einen «Rush» überschriebenen Vierteiler eröffnet, steckt er die Frauen in lange, bunte Flatterkleidchen und die Gruppe, heftig wippend zu schweren Heavy-Metal-Rhythmen von Det Wiehl, Mark Tegefoss und André Bach, in Lack und Leder.
Er lässt Nebel wallen, Schleier flattern und die Bühne des Haager Lucent Danstheater bunt beleuchten.
Eine Tänzerin windet sich aus einem Krankenbett, in dem ein Schwerverletzter liegt, und watschelt auf den Knien in den Hintergrund. Eine andere herzt und liebkost den Patienten und löffelt ihm pantomimisch Suppe in den Mund. Sonst geht und rennt man umher, steht herum und schwenkt einander im Kreise. Dabei entsteht weder eine Handlung noch eine choreografische oder tänzerische Struktur. Vielmehr entpuppt sich Takeuchis «Raupe» als ein eklektischer Bilderbogen, eine Art Comic mit lebenden Figuren. Das wundert nicht. Denn Takeuchi hat in Tokio Kunst und Design studiert, ehe er zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«I don't go out to fuse – I'm a multicultural product.» Wir sitzen vor dem Studio des Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan und schauen auf den Bambus, der hier ganz von alleine wächst. Es sind diese riesigen Stauden, die Lin Hwai-min zu seinem Pärt-Stück «Bamboo Dream» angeregt haben. Seine Inspirationsquellen sind nah und weit weg zugleich, in jedem Sinn: «Wir...
In Hagen hat Richard Wherlock 1993 schon einmal einen «Nussknacker» herausgebracht. Und nun für Basel eine neue Version geschaffen. Er müsste eigentlich «Drosselmeier» heißen. Denn der Pate Drosselmeier steht als Drahtzieher im Mittelpunkt und betritt zu Beginn die leere Bühne, gefolgt von einer Schar Ratten in Punk-Kostümen. Ihr Anführer, King Rat, verschafft...
The curvature of the museum echoes the contours of the art displayed: Ana Mendieta‘s work circles back on itself. Her graphite drawings and earthen objects convey a sense of stasis, as do the acts and states portrayed by her body, at least those that have survived in photographs and on film. Her performances consisted of enwombed motion and stillborn postures. This...
