Faustin Linyekula

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«More, More, More... Future» nennt Faustin Lin-yekula sein neuestes Werk, eine Kongo-Punk-Performance. Denn in seiner Heimat hat niemand ein Recht auf Zukunft, findet er. Da rezitieren zwei Sänger traumhaft schöne und dabei hoch politische Texte eines Freundes. Der schreibt sie in seiner Gefängniszelle, ist politischer Gefangener. Linyekula mutet dagegen an wie der zurzeit freieste Bühnenkünstler vom schwarzen Kontinent. Er arbeitet als Tänzer, Performer, Choreograf und Theaterregisseur.

Als erster Choreograf überhaupt, zumindest als ers-ter nach Bob Wilson, inszeniert er am Theater Molière und dann gleich die «Bérénice» von Racine. Da lässt er die Titelheldin von einem Mann darstellen und den römischen General Titus von einem afrikanischen Schauspieler. Im Kongo dürfte das mehr Hoffnung stiften als alle Heilsversprechen von Politikern. Linyekulas Heimatregion im Süden des Kongo wird in der Hauptstadt Kinshasa als Provinz verachtet. Heute zählt Faustin Peter Sellars und Raimund Hoghe zu seinen Freunden und mischt die Comédie Française auf. Er ist Stammgast auf Europas Festivals. Auch bei uns dürfte sein Erfolg Mut machen, weil er zeigt, dass immer von irgendwoher und völlig ...

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Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 136
von Thomas Hahn

Vergriffen
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