Faustin Linyekula
«More, More, More... Future» nennt Faustin Lin-yekula sein neuestes Werk, eine Kongo-Punk-Performance. Denn in seiner Heimat hat niemand ein Recht auf Zukunft, findet er. Da rezitieren zwei Sänger traumhaft schöne und dabei hoch politische Texte eines Freundes. Der schreibt sie in seiner Gefängniszelle, ist politischer Gefangener. Linyekula mutet dagegen an wie der zurzeit freieste Bühnenkünstler vom schwarzen Kontinent. Er arbeitet als Tänzer, Performer, Choreograf und Theaterregisseur.
Als erster Choreograf überhaupt, zumindest als ers-ter nach Bob Wilson, inszeniert er am Theater Molière und dann gleich die «Bérénice» von Racine. Da lässt er die Titelheldin von einem Mann darstellen und den römischen General Titus von einem afrikanischen Schauspieler. Im Kongo dürfte das mehr Hoffnung stiften als alle Heilsversprechen von Politikern. Linyekulas Heimatregion im Süden des Kongo wird in der Hauptstadt Kinshasa als Provinz verachtet. Heute zählt Faustin Peter Sellars und Raimund Hoghe zu seinen Freunden und mischt die Comédie Française auf. Er ist Stammgast auf Europas Festivals. Auch bei uns dürfte sein Erfolg Mut machen, weil er zeigt, dass immer von irgendwoher und völlig ...
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Wo ist die echte «Giselle»? 1841 wurde das Ballett in Paris uraufgeführt und erfuhr seine erste Veränderung schon ein Jahr später in St. Petersburg. Dort wurde es mehrfach «rekonstruiert», und es geschah, was den Leiter des Deutschen Tanzarchivs Köln, Frank-Manuel Peter, nicht wundert, dass die Choreografie der «Giselle» dem Geschmack der Zeit angepasst wurde....
Meine beiden «Hoffnungsträger» waren beide Tänzer in Anne Teresa De Keersmaekers Kompanie Rosas. Beide verfolgen einen künstlerischen Weg, der sich auf die Erfahrung, Tänzer zu sein, konzentriert – mit allen Projektionen seitens des Publikums und der Choreografen, auf eine Handlung (das Tanzen), die eigentlich sehr persönlich, ja intim ist.
Vincent Dunoyer kreiert...
Elfenhaft. Das ist ein geläufiges Lobeswort für Ballerinen. Die Phrase zeigt zwingend auf den Stil der Romantik-Epoche. Das Klischee gegen den Strich zu bürsten, es sehr persönlich mit Leben von heute zu füllen und doch etwas vom historischen Zeitgeist zu vermitteln, das ist Hélène Bouchets phänomenale Leistung bei ihrer Reanimation von «La Sylphide» am Hamburg...
