Farbmagie
Vergangenen März in London: Das Festival «Dance Reflections» von Van Cleef & Arpels gastiert mit einem vierwöchigen Programm aus über 50 Produktionen an sieben Spielstätten. Und während die Mehrzahl der Stücke auf traditionellen Theaterbühnen gezeigt wird, findet die pulsierende und fantasievolle Produktion «Hagay Dreaming» in der gigantischen Turbinenhalle der Tate Modern statt.
«Hagay Dreaming» ist eine Kollaboration der 70-jährigen amerikanisch-taiwanesischen Künstlerin und Filmemacherin Shu Lea Cheang mit Dondon Hounwn, einem taiwanesischen Künstler vom indigenen Volk der Truku (auch Taroko). Die optisch spektakuläre Performance erzählt mit Hilfe von Hounwns Interpretationen der Stammesmusik seiner Vorfahren sowie Cheangs futuristischer Multimediakunst die Geschichte eines Jägers (Sinkuy Katadrepan), der von einem plötzlich aufkommenden, sintflutartigen Gewittersturm überrascht wird. Er findet Schutz in einem hohlen Baum, schläft ein und sieht sich nach dem Erwachen einer Gruppe androgyner Personen gegenüber, die sich ihm als Angehörige der Hagay vorstellen, eines Stammes nonbinärer Menschen – der Titel deutet an, dass es sich bei der Begegnung um einen Traum handeln könnte. ...
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Tanz Mai 2025
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Graham Watts
Der italienische Choreograf Mauro Bigonzetti hat im Repertoire des Tschechischen Nationalballetts längst Fuß gefasst: Mit «Scheherazade» zeigt die Kompanie aktuell schon die dritte Produktion von ihm, eine Weltpremiere, eigens für das Prager Ensemble kreiert. Inspirationsquellen sind der Märchenstoff «Tausendundeine Nacht» und natürlich Rimski-Korsakows berühmte...
Mit der englischen Sprache kommt man so ziemlich überall durch. Auf jeden Fall in der Tanzwelt, die sich faktisch interkontinental auf diese Weise verständigt – das Fachfranzösisch des Balletts ausgenommen. Während es im anglophonen Sprachraum – Australien, Großbritannien, Nordamerika – namhafte Magazine gab und noch gibt, blieb die Tanzpublizistik in Europa...
Es gibt Kompanien, die sich mixed ability auf die Fahnen schreiben und damit großen Erfolg haben. Bei Dançando com a Diferença von der portugiesischen Insel Madeira wäre eher von mixed disability zu sprechen. Sie sind «anders», aber ob körperliche Probleme, Trisomie oder sonstiges – solche Unterschiede können auf der Bühne richtig stark machen. Die Erkenntnis setzt...
