Farbmagie
Vergangenen März in London: Das Festival «Dance Reflections» von Van Cleef & Arpels gastiert mit einem vierwöchigen Programm aus über 50 Produktionen an sieben Spielstätten. Und während die Mehrzahl der Stücke auf traditionellen Theaterbühnen gezeigt wird, findet die pulsierende und fantasievolle Produktion «Hagay Dreaming» in der gigantischen Turbinenhalle der Tate Modern statt.
«Hagay Dreaming» ist eine Kollaboration der 70-jährigen amerikanisch-taiwanesischen Künstlerin und Filmemacherin Shu Lea Cheang mit Dondon Hounwn, einem taiwanesischen Künstler vom indigenen Volk der Truku (auch Taroko). Die optisch spektakuläre Performance erzählt mit Hilfe von Hounwns Interpretationen der Stammesmusik seiner Vorfahren sowie Cheangs futuristischer Multimediakunst die Geschichte eines Jägers (Sinkuy Katadrepan), der von einem plötzlich aufkommenden, sintflutartigen Gewittersturm überrascht wird. Er findet Schutz in einem hohlen Baum, schläft ein und sieht sich nach dem Erwachen einer Gruppe androgyner Personen gegenüber, die sich ihm als Angehörige der Hagay vorstellen, eines Stammes nonbinärer Menschen – der Titel deutet an, dass es sich bei der Begegnung um einen Traum handeln könnte. ...
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Tanz Mai 2025
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Graham Watts
CD des Monats
SATIE PLANÈS
Da haben sich zwei gefunden. Wie Erik Satie komponiert Alain Planès sozusagen von Kindesbeinen an, und er malt auf seine ganz eigene Art, wie das Cover des Booklets beweist. Dass er die klangliche Aura des Genies ausgerechnet auf einem originalen Pleyel-Piano zu beschwören sucht, hätte dem durchaus spiritistisch interessierten «Maître...
Screening
CHRISTOPHER WHEELDON
Christopher Wheeldon versteht sich nicht nur auf Shakespeare & Co, sondern auch auf die leichte Muse. Deren weltweiter Hotspot natürlich New Yorks Broadway ist, wobei auch das West End in London U-Hits in Serie produziert. In beiden Städten ist der Choreograf zuhause, demnach ist es nur folgerichtig, dass das Royal Ballet (als dessen...
Wie barock ist ein Motorrad? Wie reagiert ein auf ihm sitzender, in diabolisches Schwarz gekleideter Reiter, der in einer Tiefgarage auf eine ätherische, in hellen Taft gekleidete Figur trifft, während Mozart, Händel, Purcell oder Dowland gespielt werden? Und was, wenn dazu noch der weiße Spieler den Schwarzen bezirzt, der wie eine marmorne Heldenstatue auf seinem...
