Fantasieraum
«Das hier wird unsere Küche.» Esteban Fourmi schwenkt seinen Laptop, damit die Journalistin in Deutschland das Setting beim Videocall sehen kann. Ein heller Raum zu ebener Erde im Zustand des Um- oder Einbaus. In der Mitte ein Metallgestell mit Platte, darauf weiße Kacheln. «Im Moment baue ich die Küche. Diesen Tisch habe ich mit Rollen gemacht», sagt Fourmi, und die Interviewerin denkt, sie habe sich verhört. Doch, ja, er selber, bestätigt er und lüpft Kacheln: Die werde er heute verkleben und verfugen. «Habe ich noch nie gemacht. Ich lerne.» Er lacht.
Der Tisch ist mobil, um bei Gelegenheit durch die Terrassentür in den Hof geschoben zu werden. Die Küche soll später für viele Menschen ein gastlicher Ort sein. Nach dem, was Fourmi und seine Arbeitspartnerin Aoi Nakamura in nicht einmal zehn Jahren auf die Beine gestellt haben, verwundert es kaum, dieses: «Noch nie gemacht, kriege ich hin.» Wir stellen uns etwas vor, und dann realisieren wir es.
Vom Fantasieraum zu handfesten Wänden: ihr eigenes Studio. «Fünf Jahre haben wir nach einem Ort gesucht», sagt Nakamura. Lauter leere Büros wurden ihnen angeboten, viel zu teuer oder ungeeignet für ihre Zwecke. «Wir brauchen ja Raum zum ...
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Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Vermessung des Tanzes, Seite 104
von Melanie Suchy
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