Fabien Prioville: «Jailbreak Mind»
Der Anfang ist Fliegen. Schräg hinter einem Hubschrauber, im Lärm, beschreiben wir eine Kurve, das wolkige Blau unter uns weicht dem geometrischen Grau einer Stadt, vielleicht New York, riesige Bauten werden erkennbar, Straßenschluchten von oben. Der Flug stoppt, die Kamera, wäre es eine, schaut von oben auf die Silhouette des Helikopters. Etwas fällt aus ihm heraus. Ein Mensch stürzt. Rudert mit Armen und Beinen. Der furchtbare Fall endet nie, denn das Bild bricht ab. Am besten, man sitzt ganz nah an der Bühne, um von der großen Filmprojektion an der Rückwand mitgenommen zu werden.
«Jailbreak Mind» von Fabien Prioville braucht diese Unmittelbarkeit, diesen Taumel im Hirn.
Denn darum geht es, um den Sog der künstlichen Bildschirmwelt. Es sind die Landschaften von Grand Theft Auto JTA, einem extrem erfolgreich verkauften Computergewaltspiel. Damit hat sich der Wuppertaler Franzose für seine im tanzhaus nrw herausgebrachte Produktion ein hochaktuelles Thema vorgenommen, doch entschieden, das Spiel weder zu erläutern noch nachzustellen, noch mit dem Zeigefinger zu mahnen. Sondern ihm gelingt es über weite Strecken, ganz unpostdramatisch, jene Unmittelbarkeit spürbar zu machen, bei der ...
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