Exit Danse à Aix
Es war ein Festival der ersten Stunde. 1978 verwandelte sich Aix-en-Provence in ein zeitgenössisches Tanzzentrum unter freiem Himmel. Eingestampft wurde es anno 2005. Pardon, transferiert zugunsten des Ballet Preljocaj. Das CCN weiht gerade seinen Neubau ein, und der hat endlich einen Saal. Die achtzehn anderen CCN haben das nicht. Aber ein Saal kostet Geld und muss genutzt werden. Was ist logischer, als Energien zu bündeln und das seit vier Jahren von Patrice Poyet geleitete Danse à Aix dort einzulagern? Die Animosität zwischen CCN und Festival war allen bekannt.
Poyet verlor die Partie, denn er kümmerte sich ums Programmieren, nicht um die Politik. Viel gewiefter das Ballet Preljocaj. Vor ein paar Jahren lancierte es ein eigenes Festival, Corps à cœur. Nicht, um den Politikern zu schmeicheln. Man hatte schwer verdauliche Rebellen im Programm wie die Performer Steven Cohen & Elu aus Johannesburg. Danse à Aix, einst gestartet als fein gesponnene Subversion in den Straßen der Stadt, war ein zeitgenössisches Festival von hohem Niveau ohne den speziellen Kick. Es war austauschbar und wurde ausgetauscht. Die Gründerin, Ginette Escoffier, arbeitet heute für ... das Ballet Preljocaj. Aus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Man kann in keiner Stadt wohnen, ohne sie nicht zu entdecken: Plakate annoncieren jedes Jahr zu Weihnachten den «Nussknacker». In manchen Familien gehört der Besuch dieses Lev-Ivanov-Balletts aus dem Jahr 1892 ebenso zur Vorweihnacht wie die ganze Hatz um Baum und Schmuck, Gans und Geschenke. Irgendwie erinnert die Geschichte um Marie und ihren Nussknacker ja auch...
Je mehr sich das Publikum selbst bewegt, desto kürzer scheint der Abend. Satte zwei Pausen in anderthalb Stunden und dazu eine unernst gemeinte Gymnastikübung («Legen Sie Ihren Kopf auf die Schulter Ihres Nachbarn»): Schuld ist die 1963 entstandene Pantomime des Komponisten Franco Evangelisti, «Die Schachtel». Sie dauert keine halbe Stunde. Auch der danach...
Werner Schroeter
war ein Star, einer der Motoren des kollektiven Coming-out: Die Party hob in den 1970ern an, sie war ein Segen, ein Karneval der Kulturen quer zu allen alten Zuweisungen des Geschlechts, der Herkunft, der sozialen Unterschiede. In Cliquen wie Schroeters erfanden sich die, die «anders» waren, in den alten Uniformen eine neue, ihre eigene Identität....
