et boum

Rhythmus steckt dem Tänzer im Blut. Schön wär’s. Über den «Vater» der belgischen Rhythmik, Fernand Schirren, spricht Thierry de Mey mit Pieter T’Jonck

Tanz - Logo

Im Jahr 1961 fragte Maurice Béjart den Pianisten Fernand Schirren, ob er als Perkussionist bei seinem Ballett «Les quatre fils Aymon» mitarbeiten wolle. Schirren verdiente damals seinen Lebensunterhalt als Pianist hauptsächlich mit der Begleitung von Stummfilmen im Filmmuseum Brüssel und mit Auftritten bei live gesendeten Fernsehprogrammen. Nicht ohne Ironie erzählte Schirren später über dieses Gespräch: «Béjart sagte zu mir: Es handelt sich um das ‹Chanson de Roland›, und das Rolandlied ist Mittelalter. Und Mittelalter, das ist Folklore.

Also mache ich etwas Japanisches draus: Ich brauche fünf Trommler. Béjart argumentierte immer auf diese Weise; das ist seine Stärke. Ich habe ihm damals gesagt: Ich werde das allein machen.»

Es war der Beginn einer jahrelangen Zusammenarbeit zwischen Béjart und Schirren. Als Béjart 1970 in Brüssel die École Mudra, eine Schule für Tanz, gründete, war es selbstverständlich, dass Schirren dort unterrichten würde. Mudra – das Wort verweist auf die Positionen der Hände im klassischen indischen Tanz – war nicht einfach eine Tanzausbildung: Die Schule bot eine komplette Ausbildung in den Bühnenkünsten, vom Theater und Tanz über Musik und Gesang bis zum ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2008
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Pieter T'Jonck

Vergriffen
Weitere Beiträge
Marcelo Santos

Marcelo Santos,
das erste Dutzend Ihres Internationalen Solo-Tanz-Theater-Festivals ist voll, Glückwunsch! Irgendwelche Ermüdungserscheinungen? Von wegen müde! Die Jahre sind so schnell vergangen, dass ich mich selbst wundere, dass es schon das  zwölfte Festival ist. Mit Sicherheit liegt das daran, dass es jedes Jahr neue Künstlerpersönlichkeiten zu sehen gibt, die...

Madonna

Madonna ist eine Tänzerin. Der Tanz, den sie bei einem Schwulen in ihrem Heimatstaat Michigan lernte, war ihre Fluchtroute aus den Konventionen der Religion und der bürgerlichen Gesellschaft. Die ersten Kämpfe, die ich ihretwegen ausfocht, drehten sich um die Frage, ob sie eine gute oder einfach nur gut dressierte Tänzerin sei. In dem Maß, wie sie im Lauf der Jahre...

Eeva Muilu: “Sold Out”

There are too many acteurs in the field of dance who are obsessed with themselves. Their attempts to gain the spectator’s attention can be pitiful. They represent a genre not entirely sincere in its endeavours to create new art.

Luckily, there are those who have the ability to enchant ingenuously and unconsciously with the kind of sincerity and naivety without...