essen: Philipp Gehmacher: «Solo with Jack»

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Philipp Gehmacher inszeniert den Hohlraum und die Zweifel. Nicht die bohrenden, sondern diejenigen, die im Gebohrten herumgeistern. Der Raum ist zuerst da, wir sind ja im Theater, auch wenn das hier mal ein Kasino war, am Wiener Schwarzenbergplatz. Holzböcke und -pfosten stehen auf der Bühne herum, verkeilte Gebilde, über zwei von ihnen ist eine riesige silbrige Bettdecke als eisige Landschaft drapiert. «Solo with Jack», das sind der österreichische Tänzer-Choreograf Gehmacher und sein Nichttänzer-Künstlerkollege Jack Hauser, beide in unauffälliges Graublau gekleidet.

Sie gehen umher, als sei der Raum noch neu für sie. Sie untersuchen, sie befühlen nichts, außer sich selbst. Oder das, was sich als «selbst» erweisen könnte. Gehmacher wirkt immer ein wenig schief. Ein Verwunderter, ein Befremdeter. «Jack» ist robuster. Es ist still, sie sind langsam. Mal hier, mal da stehen sie, gehen, legen sich hin, hocken. Jeder für sich.

So machen sie sich mit dem Raum bekannt, mit sich selbst und später auch miteinander wie mit fremden Gebäuden. Sie pressen die Ohren an den Boden, als seien da irgendwo die k.u.k.-Glücksspieler von einst zu hören. Gehmacher presst eine Hand an den anderen Arm, ...

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Tanz Oktober 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Melanie Suchy

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