future self
Wo Licht brennt, da sind auch Menschen. Von dieser Hoffnung zehren unzählige Märchenfiguren auf dunklen Wegen durch das Ungewisse. Ein kleiner Lichtstrahl reicht zum Geleit. Hunderte kleine Funken erstrahlen in der Installation «Future Self» von der Decke bis auf den Boden. Auf nur einem Quadratmeter hängen Leuchtdioden an dicht nebeneinander verlaufenden Kupferdrähten. Von zwei Seiten nähern sich im Halbdunkel eine Tänzerin und ein Tänzer dem fragilen Schrein. Zwischen ihnen empfängt das Gebilde die Gehbewegung und blitzt als eine dritte Figur aus Licht auf.
Durch den Tanz gewinnt sie luminöses Eigenleben, sie spiegelt und kontrastiert Bewegungen und verschwindet so schnell, wie sie aufleuchtet. Die im Lichtgewebe sich immer wieder verwandelnde Gestalt übt eine zauberische Anziehung aus. Mag die eingesetzte Technologie die Szene noch so sehr beherrschen – beim Anblick der Tanzenden erkennt sich der Zauberlehrling in uns wieder. Liegt die Zukunft des Selbst außerhalb des eigenen Körpers? Werden die Geister, die wir riefen, uns fehlbare Geschöpfe irgendwann überstrahlen? Die Installation des Künstlerkollektivs rAndom International, die der britische Choreograf Wayne McGregor und der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2012
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Franziska Buhre
Einmal mehr schleudert Virgilio Sieni eruptiv wie ein Vulkan eine neue Idee in die Welt: Ausgangspunkt für «De Anima» ist Aristoteles‘ gleichnamiges Werk, dessen erstes Buch die These enthält, dass die Seele das Prinzip, ja der Initialfunke aller Bewegung sei. Dank ihrer gänzlich ursprünglichen Körperlichkeit verflacht Sienis neue Kreation jedoch nie zu steriler...
Erna Ómarsdóttir,
bei der Tanz-Biennale in Venedig haben Sie eine neue Version von «We saw monsters» gezeigt. Da treten Sie als verführerische Erzählerin schauriger Geschichten auf und lassen zwei Tänzer an Ihren nackten Brüsten saugen. Sind Sie die Mutter des Bösen, die Monstermacherin? Ich war im siebten Monat schwanger, als das Stück in Island Premiere feierte....
Wie in nur drei Tagen sämtliche Spielarten des zeitgenössischen Tanzes abgedeckt werden können, machen die «Niederländischen Tanztage» vor. Der Eröffnungsabend zeigt Choreografien von William Collins, Itamar Serussi und Andrea Leine/Harijono Roebana, bietet also dem aufstrebenden Nachwuchs ebenso wie bereits arrivierten Akteuren eine Plattform. Davor lassen Emio...
