versailles: Béatrice Massin: «Terpsichore»

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Es ist Georg Friedrich Händels einziges Ballett, was nicht untypisch ist für die Barockzeit. Komponisten hatten damals vor allem für die jeweils engagierten Kehlen zu schreiben. Händel, Künstler und Unternehmer in Personalunion, verpflichtete für seine mit berühmten Sängern bestückte Operntruppe 1734 das gerade in London gastierende It-Girl der Tanz-Szene: die rebellische Tänzerin Marie Sallé (1707-56).

Sie verzauberte die Massen, weil sie sich gern natürlich, sprich: leicht bekleidet in weniger gekünstelten, ja ausgelassenen Affektdarstellungen ausprobierte – eine Urahnin Mary Wigmans sozusagen, die den Reifrock gegen das Musselinkleid tauschte.

Fünfmal haben Sallé und Händel zusammengearbeitet. Am berühmtesten wurde die nach französischer Manier arrangierte, mal zauberische, mal wahnsinnige Einlage in den Opern «Ariodante» und «Alcina». Sallés bedeutendster Tanzbeitrag findet sich jedoch in dem heute kaum noch gegebenen Schäferspiel «Il pastor fido». 1734 bot es sich an, dieses Arkadien für die Sallé mit noch mehr italienischen Aktschluss-Balletten anzureichern und um einen knapp vierzigminütigen Prolog zu verlängern, in dem ihr (als Muse des Tanzes) von Apollo und seiner ...

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Tanz Oktober 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 45
von Manuel Brug

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