Eonnagata
Robert Lepage, dessen Name in deutschen Feuilletons nie ohne den Zusatz «der Theatermagier» vorkommt, ist bekannt dafür, dass seine Stücke bei der Premiere nicht fertig sind. Seit jeher begreift er seine Arbeiten als work in progress. Und weil der Weg das Ziel ist und die Kunst wie das Leben ein Fluss in Bewegung, erweitert, kürzt und ändert er seine Stücke bis zur letzten Vorstellung.
Das hält sie frisch, die Darsteller alert, es schützt vor Routine und bringt Kritiker zur Verzweiflung, weil sie nichts festnageln können, nur unterschiedliche Aggregatszustände erleben, die fürs Ex-Cathedra-Diktum nicht taugen. So ist das, wenn Lepage Theater macht, was er seit fast dreißig Jahren erfolgreich auf der ganzen Welt tut.
Seine zeit- und raumumspannenden Familienepen tragen die Kinderlust am Erfinden von Welt in sich und sind legendär für ihre trunkenen Bilder und die Verzauberung, die sie bewirken – das jüngste, derzeit auf Welttournee, heißt «Lipsynch» und dauert geschlagene neun Stunden. Auch seine Soli («The Far Side of the Moon», «The Andersen Project») erzählen in der kleinen, privaten Geschichte stets auch die große, die politische, zeigen die Suche nach Identität und das Reisen ...
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Sasha Waltz wurde in Paris zum «Officier dans l’Ordre des Arts et des Lettres» ernannt. Das ist die höchste Auszeichnung für Künstler, die sich durch ihren Beitrag «zur Ausstrahlung der Künste und der Literatur in Frankreich und in der Welt ausgezeichnet haben». Im Théâtre de la Ville in Paris spielt sie tagelang vor ausverkauftem Haus. Wird dort beinah vergöttert....
Kein menschlicher Körper ist wirklich symmetrisch. Sind zwei Beine gleich? Ist ein Arm nicht etwas länger? Ist Symmetrie nur ein Ideal? In der Architektur und im Ballett sorgt sie deshalb für den Eindruck von Harmonie, weil man von Symmetrie in jeder Beziehung zwischen zwei Menschen träumt. Doch wie symmetrisch ist eine Ehe, wie symmetrisch sind zwei Körper...
Es ist Freitag, der dreizehnte. Auf der Zielgeraden droht die wochenlang abgestimmte Terminplanung zu platzen. Das Flugzeug hat Verspätung, die Pariser Verkehrsadern sind wie üblich verstopft. So erreicht die Besucherin das Amphitheater in den Katakomben der Bastille-Oper erst in allerletzter Sekunde. Einhundertfünfzig aufgeregte Schüler werden hier gleich eine...