Eonnagata
Robert Lepage, dessen Name in deutschen Feuilletons nie ohne den Zusatz «der Theatermagier» vorkommt, ist bekannt dafür, dass seine Stücke bei der Premiere nicht fertig sind. Seit jeher begreift er seine Arbeiten als work in progress. Und weil der Weg das Ziel ist und die Kunst wie das Leben ein Fluss in Bewegung, erweitert, kürzt und ändert er seine Stücke bis zur letzten Vorstellung.
Das hält sie frisch, die Darsteller alert, es schützt vor Routine und bringt Kritiker zur Verzweiflung, weil sie nichts festnageln können, nur unterschiedliche Aggregatszustände erleben, die fürs Ex-Cathedra-Diktum nicht taugen. So ist das, wenn Lepage Theater macht, was er seit fast dreißig Jahren erfolgreich auf der ganzen Welt tut.
Seine zeit- und raumumspannenden Familienepen tragen die Kinderlust am Erfinden von Welt in sich und sind legendär für ihre trunkenen Bilder und die Verzauberung, die sie bewirken – das jüngste, derzeit auf Welttournee, heißt «Lipsynch» und dauert geschlagene neun Stunden. Auch seine Soli («The Far Side of the Moon», «The Andersen Project») erzählen in der kleinen, privaten Geschichte stets auch die große, die politische, zeigen die Suche nach Identität und das Reisen ...
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Jirí Kylián zieht in seinem abendfüllenden Event «Zugvögel» mit dem Bayerischen Staatsballett Bilanz über sein bisheriges künstlerisches Leben. Er versammelte dafür Künstler, die ihm Weggefährten sind, und die er wertschätzt. Es sind Zugvögel wie Kylián selbst, Theater- und Kunstnomaden, die, von überall her kommend, ihr Leben umherziehend verbringen. Auch Jirí...
Was nicht zu beweisen ist. Denn es stimmt. Ebenso, dass in acht Jahren aus dem Tanzquartier Wien, tqw genannt, das Modell eines Anti-Theaters entstand, von dem sich stimmig sagen lässt: «Tanz ist denkbarer als schön». Schuld daran ist Sigrid Gareis, die sich vom 24. bis zum 26. Juni mit Schlachtplatte, einem Buch und einer heftigen Party ins Leben einer Solistin...
ist ein Schatz, den der Filmautor und -regisseur Kaspar von Erffa in Potsdam heben will. Denn dort wimmelt es von preußischen Schlössern und Gärten. Nun soll allsommerlich Fritzens alter Glanz und Gloria wieder auferstehen. Feste, höfische Tänze, Maskenbälle, Choreografien zu Pferd, nicht alle Lustbarkeiten sind vergessen. Wenn auch zum Weltkulturerbe nur alte...
