Eonnagata

Robert Lepage wagt eine Kollaboration mit der Startänzerin Sylvie Guillem und dem großen Russell Maliphant. Denn er hat ein atemberaubendes Thema – das auf Renate Klett einen düsteren Eindruck machte.

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Robert Lepage, dessen Name in deutschen Feuilletons nie ohne den Zusatz «der Theatermagier» vorkommt, ist bekannt dafür, dass seine Stücke bei der Premiere nicht fertig sind. Seit jeher begreift er seine Arbeiten als work in progress. Und weil der Weg das Ziel ist und die Kunst wie das Leben ein Fluss in Bewegung, erweitert, kürzt und ändert er seine Stücke bis zur letzten Vorstellung.

Das hält sie frisch, die Darsteller alert, es schützt vor Routine und bringt Kritiker zur Verzweiflung, weil sie nichts festnageln können, nur unterschiedliche Aggregatszustände erleben, die fürs Ex-Cathedra-Diktum nicht taugen. So ist das, wenn Lepage Theater macht, was er seit fast dreißig Jahren erfolgreich auf der ganzen Welt tut.

Seine zeit- und raumumspannenden Familienepen tragen die Kinderlust am Erfinden von Welt in sich und sind legendär für ihre trunkenen Bilder und die Verzauberung, die sie bewirken – das jüngste, derzeit auf Welttournee, heißt «Lipsynch» und dauert geschlagene neun Stunden. Auch seine Soli («The Far Side of the Moon», «The Andersen Project») erzählen in der kleinen, privaten Geschichte stets auch die große, die politische, zeigen die Suche nach Identität und das Reisen ...

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trägt die Melancholie im Blick, die Abgründe im Herzen und den Schalk im Nacken. 25 Jahre lang, von 1974 bis 1999, leitete er eine der erfolgreichsten Tanzkompanien Europas, das Nederlands Dans Theater in Den Haag. Das besitzt etwas sehr Seltenes: ein eigenes Haus und restlose Freiheit. Bei Kylián ist der Tanz keine Sparte, sondern ein Traum von Freiheit. Immer...