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Side by side

ist ein Video-Tanzwettbewerb, bei dem das geneigte Publikum sich noch bis zum 14. November zwischen acht Nominierten und ihren kurzen Videotanz-Choreografien entscheiden kann. Zugegeben, die Konkurrenz auf side-by-side.org ist zwar populär, die Wahl aber fällt schwer. Nur vom Anschauen reißen die Clips nicht vom Hocker.

Bei Marcel Leemann (Foto),  einem der Nominierten, liest man aber: «Fühlt sich das Projektil warm an, wenn es sich ins Hirn gräbt? Hört man den Schuss noch? Spürt man die Träne in dem Moment, in dem man weiß: Es hätte nicht sein sollen?» So lockt der in Stuttgart ausgebildete Choreograf für seine Videotanzkunst, bei der garantiert kein Schuss fällt, das Projektil allenfalls das Auge des Betrachters ist und nur zum Schluss eine Tänzerin von einem Auto angefahren wird. Dabei macht es das Video einem Künstler doch so leicht, auch Dinge zu zeigen, die sich nur per Tanz so selten aus dem Kopf des Choreografen auf die Bühne übersetzen lassen. ballet-tanz ist selbstredend unbefugt, ein Votum abzugeben, aber verblüfft sind wir schon, dass einem statt Videokunst Folgendes nahegelegt wird: «In diesem Stück arbeite ich mit einem Körper, der sich zwar bewegen will, ...

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Tanz November 2009
Rubrik: Magazin, Seite 22
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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