Eitelkeit
Muss sich ein Künstler die Frage stellen, ob er eitel ist, oder sogar zu eitel? Ein Künstler ist immer auf der Suche nach der eigenen Identität. Doch im Ballettsaal, umgeben von Spiegeln – großen Spiegeln, solchen denen man nicht entrinnen kann – und umringt von jungen, schönen Tänzern, geht es vor allem um Perfektion. Aber auch um Einklang mit sich selbst. Unter diesen Umständen ist es schwierig, sich nicht mit seinem Spiegelbild, seinem Äußeren, der Attraktivität und deren Wirkung auseinanderzusetzen.
Im klassischen Ballett geht es meist um körperliche Grenzen und darum, diese Schritt für Schritt auszuweiten, die Räume dahinter zu öffnen, sie begehbar zu machen. Das hat immer mit Ehrgeiz zu tun. Folgt daraus nicht automatisch der Drang, sich auch äußerlich zu optimieren, sich sozusagen konkurrenzfähig zu machen, das Beste rauszuholen, die Möglichkeiten voll auszuschöpfen? Dem Ballett wird oft Oberflächlichkeit vorgeworfen. Aber die Schönheit und Strahlkraft einer Julia ist ohne einen unwiderstehlich charmanten Romeo nicht denkbar – und umgekehrt. Das gilt nicht nur im Tanz. Auch im Theater, im Film wird man lange nach einem Romeo mit Haarausfall oder einer Julia mit Mischhaut ...
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Tanz Mai 2017
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Michael Banzhaf
Bad Soden
Ballettschule Ulrike Niederreiter
Dipl. Ballettpädag. Ballett/Jazz/Modern/Charakter/tänzerische Früherziehung. Ausbildung bis zur Akademiereife. Ballettmärchen.
An der Trinkhalle 2B, D-65812 Bad Soden/Ts., Tel. +49-6196-228 49
www.ballett-badsoden.de
Bamberg
Tanzwerkstatt
Stätte für Zeitgenössischen Tanz. Nürnberger Straße 108 k, D-96050 Bamberg
Tel....
Weich fließen die Wellenbewegungen durch die Körper; tief tauchen die Tänzer in eine Vorbeuge, wiegen sich geschmeidig im weiten Ausfallschritt. Dann wieder arretieren die Bewegungen der in apartes Schwarz gekleideten Schar. Hart geht der Ruck durch die Gelenke, wenn die Darsteller mit zur Faust geschlossenen Händen am Gasdrehgriff eines Motorrads zu reißen...
Vermutlich hat auch im Zeitalter von Cyber- und Drohnenkriegen jeder Soldatentrupp seine Rituale, wenn er in den Krieg zieht. Tänze dürften es eher nicht sein. Denn Kriegstänze sind ein Fall fürs Museum – das konstatiert auch Eszter Salamons neue Performance «Wars and Dances»: Gewalt-Stimulanzien als ästhetische Relikte, die im Kunstraum wieder und wieder...
