Carolin Emcke/Didier Eribon

Die «Performance Studies International» rufen zur Mega-Konferenz in Hamburg – unter dem maßgeschneiderten Motto «OverFlow». Mit dabei: die Publizistin Carolin Emcke und der Soziologe Didier Eribon

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Es ist der Körper, genauer: der «fotografierte Körper aus der Vergangenheit», der ihm zeigt, wie tief und unauslöschlich seine Klassenherkunft in ihn eingeschrieben ist. Als Didier Eribon das erkennt, ist er längst einer der führenden Intellektuellen Frankreichs. Er hat eine vielbeachtete Biografie über Michel Foucault verfasst, ist Vordenker der Queer Studies, Philosophieprofessor in Paris und Amiens. Die eigene Herkunft aus dem Arbeitermilieu scheint weit hinter ihm zu liegen. Dann stirbt sein Vater. Eribon reist nach Hause, nach Reims. Wo er ewig nicht war.

Gemeinsam mit der Mutter kramt er alte Fotografien seiner Familie hervor, aus den Körpern auf diesen Bildern kann er nichts anderes lesen als den «sozialen Körper»: den Körper seiner Klasse, die längst verdrängte Armut des Prekariats.

Gegen den Hass

Seit im letzten Sommer Didier Eribons autobiografisch-soziologischer Essay «Rückkehr nach Reims» in Deutschland erschienen ist – in Frankreich kam er 2009 heraus –, sorgt das Buch für Diskussionen. Der Autor fordert die politische Linke auf, zu den Belangen der vernachlässigten Arbeiterklasse zurückzukehren, und sein Plädoyer für linke Selbstkritik inspiriert offenbar nicht nur ...

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Tanz Mai 2017
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Nicole Strecker

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