Eisa Jocson «Manila Zoo»
Lächeln! «Hallo Frankfurt, ist das nicht toll so, live, und die Tänzerinnen und Tänzer sind in Brüssel und an mehreren Orten der Philippinen!», begeistert sich Eisa Jocson in ihrer Ansprache ans Publikum im Theater in der interaktiven Phase der «disembodied performance», wie sie den Abend nennt. Entkörperlicht. Die Choreografin und Tänzerin schaut, falls man ihr glaubt, in Brüssel in die Kamera. Die vier anderen zeigen sich einzeln auf riesigen Zoomkacheln, in Zimmerkulisse: Vorhänge, Balken, ein Klavier. Erst Dehn- oder Ruheübungen, dann wird präsentiert. Vorgeführt.
Eine Katze auf Tatzenhänden, die faucht wie ein Tiger, Affen, die hocken, Vögel, die spähen, ein Haare wedelndes Wesen. Aber nicht nur deshalb heißt das Stück «Manila Zoo».
Zwar passt sogar die Zoom-Gitterstruktur zum Thema, auch das pandemiebedingte Eingesperrtsein. Aber die Choreografin, die für Soli und Gruppenstücke über Tanzentertainmentformen bekannt ist, will natürlich auf etwas anderes hinaus. «Always there for you, at your service!», heißt es hier einmal. Sie führt vom Begaffen von Tieren – exotischen Tieren – in Zoos zum Sichzurverfügungstellen von «Exoten», speziell Filipinas und Filipinos. Per ...
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Tanz März 2022
Rubrik: Kalender, Seite 45
von Melanie Suchy
STREETDANCE
Eigentlich hatte jede Zeit ihre Tänze, doch das frühe 21. Jahrhundert ist eine Art Schmelztiegel der Vergangenheit. Jedenfalls was die heute populären Bewegungsformen betrifft, die unter dem Namen «Streetdance» firmieren. Arte widmet ihnen eine zweiteilige Doku, die nach den Wurzeln des globalen Phänomens fahndet und die «Geschichte des Streetdance»...
ZWISCHEN ERFOLG UND EXIL
otte Jacobi (1896 – 1990) war eine der wichtigsten fotografischen Chronistinnen der Kunstszene im Berlin der Weimarer Republik – und damit auch des Theaters und des Tanzes, der sich damals vehement vom Dogma der schönen Bewegung löste. Die Ausstellung «Zwischen Erfolg und Exil» koppelt Jacobis Fotografien mit den Scherenschnitten von Lotte...
Die Franzosen lieben das Tanztheater von Pina Bausch, das Kino von Rainer Werner Fassbinder – und Wim Wenders. Während der Regisseur in seiner deutschen Heimat zwar geachtet, aber selten stürmisch gefeiert wird, hat er unter den frankophonen Cineasten eine riesige Anhängerschar. Insofern kein Wunder, dass die Tanzversion von «Himmel über Berlin» ausgerechnet in...
