Einstand

Martin Schläpfer gewinnt Düsseldorf

Tanz - Logo

So viel Sehnsucht. So viel Hoffnung auf den «Wundermann», auf Martin Schläpfer, den toptalentierten Choreografen, der als Ballettdirektor Düsseldorf/Duisburg endlich zu überregionalem Tanzruhm verhelfen soll. Wunder hat er schon vollbracht, als er in der einstigen Tanzprovinz Mainz eine erstklassige Truppe etablierte.

Die brachte er nun mit ins neue Domizil, fusionierte sie mit 16 Ex-Youri-Vàmos-Tänzern, setzte zehn Positionen neu hinein – fertig ist das 47-köpfige «Ballett am Rhein».

Überspannt war die Stimmung am Premierenabend, als Martin Schläpfer sein erstes Programm vorführte. Leicht ironisch kam die Antwort auf die Erwartungshysterie von der Bühne. Erst zeigte man sich galant mit einem wie immer delikaten Hans van Manen und Martin Schläpfers komischem Geniestreich «Marsch Walzer Polka» von 2006.

Dann aufmüpfig mit einer ersten Uraufführung: Zur sperrigen 3. Sinfonie des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski kreiert Martin Schläpfer eine schön-garstige Fantasy-Welt: Menschen kauern in Käfigen, die meterhoch über der Bühne schweben. Die Augen der Tänzerinnen sind schwarz ummalt wie bei Gothic-Girls, die Kostüme kunstvoll zerfetzt. Eine Tänzerin fuchtelt wie eine Hexe mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2009
Rubrik: Magazin, Seite 21
von Nicole Strecker

Vergriffen
Weitere Beiträge
Lutz Förster

Wen immer der französische Choreograf Jérôme Bel berührt, der fährt in die Hölle der Aufmerksamkeit. Véronique Doisneau, eine Gruppentänzerin des Pariser Opernballetts, machte er kurz vor ihrem offiziellen Karriereende berühmter, als es manche Solistin war. Vom thailändischen Tanz wüsste Europa wenig, hätte Jérôme Bel aus Pichet Klunchun nicht einen weltweiten...

Giacometti-Projekt

Micha Purucker sagt: «Wir können unseren Körperentwurf nicht Hollywood, den Labors oder Frauenzeitschriften überlassen; der Körper ist schließlich unsere Basis.» Konsequent sucht er nach Alternativen. Beispielsweise in der Bildenden Kunst, zuletzt in mehrtägigen Projekten zu den fleischlich-sinnlichen Malern Francis Bacon und Maria Lassnig. In seinem dritten...

Sidi Larbi Cherkaoui, María Pagés: "Dunas"

Zwei goldene Stoffbahnen stehen für die titelgebenden Sanddünen. Ein Stretch-Stoff, der von links und rechts den spanischen Flamencostar Maria Pagés und den belgischen Tänzer und Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui verhüllt und die beiden, je im gewaltigen, bühnenhohen Gardinenstoff gebunden, in der Bühnenmitte zärtlich aufeinandertreffen lässt. Aus ihren Hüllen,...