Einatmen, ausatmen

Healing ist ein häufig gebrauchter Begriff im zeitgenössischen Tanz. Aber was heißt das eigentlich? Choreograf und Performer Jeremy Wade gibt Auskunft

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Noch vor ein paar Jahren wären Tanzdramaturg*innen schief angeschaut worden, wenn sie von «Healing» gesprochen hätten. Healing, Heilung, das war Esoterik, nichts, was man mit Tanz und Performing Arts verbunden hätte. Aber: Bei einer ganzheitlichen Betrachtung ist es zweifellos so, dass Tanz, der nicht in erster Linie narrativ strukturiert ist, Tanz, der nicht in erster Linie nach ästhetischen Kriterien aufgebaut ist, etwas macht mit den Tanzenden, körperlich und seelisch. Und wenn dieser Tanz etwas mit den Tänzer*innen macht, dann macht er auch etwas mit dem Publikum.

Also nähert man sich dem Thema ganzheitlich. Ein ganzheitlicher Zugang beinhaltet die Feststellung, dass der Kalender zwar «Frühling» sagt, obwohl ein Wärmeeinbruch Berlin voll erwischt hat. Klebrigschwüle Luft zieht durch Mitte, es ist drückend, bald wird es regnen. Schweißnass sitzt man im Freien vor dem Café, das Jeremy Wade für das Interview vorgeschlagen hat. Wade, Choreograf, Tänzer und Performer, ist der perfekte Gesprächspartner für das Thema «Healing und Tanz», weil seine auf schamanistischen Ritualen basierenden Performances einen Ansatz der Heilung zu verfolgen scheinen – als man ihn wegen eines Interviews ...

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Tanz Juni 2023
Rubrik: Praxis, Seite 56
von Falk Schreiber

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