Ein Gespräch mit Dominique Hervieo
Dominique Hervieo, als Choreografin sind Sie jetzt im zweiten Jahr Intendantin am Théâtre national de Chaillot. Das Theater sollte nach erbitterten Debatten zum ersten großen Tanzhaus in Paris werden. Ich hatte nicht erwartet, dass nun doch so viel Theater im Programm steht.
Hat da die Theaterlobby im Kulturministerium Einfluss geltend gemacht? Ich war selbst überrascht. Da laufen Machtkämpfe um symbolische und finanzielle Positionen. Dieses Haus hat eine Theatergeschichte mit Jean Vilar und Antoine Vitez, und viele Abonnenten fühlen sich ihr verbunden. Letztlich müssen wir das respektieren.
Sie produzieren acht Theaterpremieren und setzen 35 Tanzstücke auf den Spielplan. So leiten Sie nun ein «vorwiegend dem Tanz gewidmetes Theater», wie Sie es nennen. Geht das überhaupt zusammen? Wir haben experimentelle Tanzformen im Programm und können feststellen, dass das Publikum schnell reagiert, sogar beängstigend schnell. Es ist sehr offen. Wir haben ein richtiges HipHop-Publikum mit einem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am Bahnhof vorn am Eingang dreht der chinesische Obstverkäufer jede Erdbeere mit Spitze nach oben wie eine kleine Kanone. Im Postkartenständer prunken Fotos der berühmten Karlsbrücke, die mit vielen Heiligenfiguren bestückt und ansonsten menschenleer ist, beschienen von güldener Sonne. Prag, die Goldene, hat diesen leutelosen Anblick außer am allerfrühesten Morgen...
Zweieinhalb Wochen zuvor war die Welt noch in Ordnung. Man fuhr zu Pina Bausch nach Wuppertal, das «Neue Stück» zu sehen. Erfreute sich an den frischen Gesichtern des Tanztheater-Nachwuchses, bewunderte die Bewegungs-Serpentinen, auf denen Schmerz und Lust in Endlosschleifen vorüberglitten. Sammelte Bausch’sche Selbstzitate auf und staunte über klassische...
Eine Zeit lang nannte der Branchenspott ihn Robert «Long ago» – Robert Longo galt als ultimativer Vertreter der 1980er Jahre: Post-Punk, New Wave, New-York-hip, in steter Reaktion auf ein selbstgewisses, aber untergründig selbstzerstörerisches Corporate America. Longo, der Bildhauerei studiert hatte, als Zeichner und Filmregisseur bekannt wurde, sah den Fall mitten...
