Bounce: «Insane in the Brain»
Als in den 1970er Jahren einer über das Kuckucksnest flog, regnete es Oscars. Milos Formans Film nach dem Roman «One Flew Over the Cuckoos’s Nest» von Ken Kesey traf den Zeitgeistnagel auf den Kopf. Antiautorität und Psychiatriekritik waren salonfähig. Die Zeiten, da man für Lobotomie einen Nobelpreis bekam, waren zwar vorbei, doch der Elektroschock galt, trotz Aufkommen von Psychopharmaka, noch immer als gangbare Therapie. Dass Indianer auch Menschen sind, drang allmählich ins Bewusstsein des intellektuellen Amerikaners.
Und Jack Nicholson wie auch Will Sampson waren ja wirklich großartig.
Und heute? Über dreißig Jahre später haben wir nun die Street Dance Version des Romans über Macht und Wahnsinn in der Anstalt, den Ken Kesey aufgrund seiner Berufserfahrung in einem Spital in Palo Alto geschrieben hatte. «Insane in the Brain» bringt sie alle wieder zusammen: den Kriminellen Randall Patrick McMurphy (Fredrik «Benke» Rydman), der in der psychiatrischen Anstalt eine ruhigere Kugel zu schieben hofft als im Gefängnis; seine Freundin Candy (Ambra Succi), den Stotterer Billy Bibbit (David Dalmo), der an sexueller Not leidet und am Mobbing von Schwester Mildred Ratched (Teneisha Bonner) ...
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Zweieinhalb Wochen zuvor war die Welt noch in Ordnung. Man fuhr zu Pina Bausch nach Wuppertal, das «Neue Stück» zu sehen. Erfreute sich an den frischen Gesichtern des Tanztheater-Nachwuchses, bewunderte die Bewegungs-Serpentinen, auf denen Schmerz und Lust in Endlosschleifen vorüberglitten. Sammelte Bausch’sche Selbstzitate auf und staunte über klassische...
Pina und ihr Dramaturg. 1977 habe ich zum ersten Mal ein Stück von Pina gesehen, «Blaubart». Danach kamen ihre «Macbeth»-Paraphrase «Er nimmt sie an der Hand und führt sie in das Schloß, die anderen folgen» und «Kontakthof». Zu der Zeit schrieb ich viel über Theater und schlug der Zeitschrift «Theater heute» 1979 einen umfangreicheren Text über Pinas Arbeit vor....
Sie sind schon so oft erzählt worden, die Geschichten von Drogen-Cocktails und Entziehungskuren. Michael Clark, die Punk-Rakete des Balletts, heiratete 1989 den Choreografen Stephen Petronio. Zur Besiegelung ihrer Beziehung trieben sie es in einer Londoner Galerie live vor geladenem Publikum. Der Ballerino als Punk, das war mal große Fallhöhe: Ein hochbegabter...
