Edinburgh on tour: Helen Pickett «The crucible»
Man hatte diese Premiere beim «Edinburgh Festival» Anfang August mit Spannung erwartet: «The Crucible» – zu Deutsch «Hexenjagd» –, Arthur Millers weltbekanntes Theaterstück von 1953, sollte einen Höhepunkt in der Jubiläumsspielzeit des Scottish Ballet bilden, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Millers 1692 während der Hexenprozesse in der amerikanischen Kleinstadt Salem, Massachusetts angesiedeltes Drama kreist um die existenziellen Themen Fanatismus, Manipulation, Machterhalt und Rache, ist also schon deshalb ein hochaktueller Dauerbrenner.
Als Stoff für die Ballettbühne ist es durchaus geeignet: dank viel dramatischer Substanz, linearer Plots und psychologischer Vitalität. Und doch wurden die hohen Erwartungen nicht wirklich erfüllt, weil es an charakterspezifisch ausdifferenziertem Bewegungsmaterial mangelt.
Den erwartungsgemäß finsteren, unheilschwangeren Grundton der Produktion setzt die suggestive Lichtregie von David Finn, die den Darstellern im minimalistischen Bühnenbild zwischen Kirchenkreuz und Wald durchgängig lange Schatten anheftet. Auch die historischen Kostüme von Emma Kingsbury wirken bedrückend, weil sie die Kluft zwischen Bürgern und Klerus ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Kritik, Seite 54
von Justine Bayod Espoz
Deutschland
Aachen
Dance-Loft Premiere
«Des Müllers Lust», Tanztheater von Yorgos Theodoridis, TanztheaterMobil. 5., 6., Okt., 23. Nov.
www.dance-loft.de; www.tanztheatermobil.de
Altenburg
Landestheater
«Forever Lennon», Ballett von Silvana Schröder, Thüringer Staatsballlett (siehe S. 48). Theaterzelt, 26., 29. Okt., 21. Nov., 19., 27. Dez.;
www.tpthueringen.de...
Zwei Jahre, dann hatte Silvana Schröder die größte Klippe umschifft. Und die hieß: Yoko Ono. Wer einen Abend über John Lennon machen will, kriegt es auf jeden Fall mit der Witwe des Ex-Beatle zu tun, die sehr genaue Vorstellungen davon hat, was sie sehen will und was nicht. Im zweiten Anlauf hat Schröder, Direktorin des Thüringer Staatsballetts, die streitbare Yoko...
Kopfschütteln über die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg: Remus Şucheană, Ballettdirektor unter dem künstlerischen Gesamtleiter Martin Schläpfer, ist durch eine Indiskretion aus dem Aufsichtsrat des Hauses in die Schlagzeilen geraten. Von einer «teuren Vertragspanne» ist die Rede, Schläpfers vorzeitiger Abgang 2020/21 an die Wiener Staatsoper habe ein...
