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imaging dance
«Bin ich etwa eine Souli?», fragt ein Grieche, wenn eine besonders waghalsige Tat von ihm verlangt wird. Achtzehn Jahre vor Beginn der griechischen Befreiungskriege stürzten sich Einwohnerinnen von Souli-Dörfern in der Region Epirus im Dezember 1803 auf der Flucht vor türkischen Besatzern vom Berg Zalongo in den Tod.
Dass sie den kollektiven Selbstmord mit einem Tanz begingen, ist nirgendwo belegt; der Zalongo-Tanz aber gehört zum Gründungsmythos des modernen unabhängigen Griechenland und wird bei Nationalfeierlichkeiten, nun ja, getanzt.
Wie es dazu kam, belegt Irene Loutzaki in ihrem Beitrag zur erfundenen, aber wirkmächtigen Tradition des Tanzes im Band «Imaging Dance». Die gegenwärtige Krise liest sich mit. Die Tanzhistorikerin und Herausgeberin Barbara Sparti hat durchweg spannende und erhellende Beispiele visueller Repräsentationen von Tanzenden und des Tanzens versammelt. Mit Lynn Brooks lernen wir den Tänzer John Durang kennen, der sich auch selbst malte, mit Ellery Foutch erleben wir «Tough Dancing» in New Yorker Kaschemmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Ballettstunde mit Edgar Degas fehlt ebenso wenig wie das tänzerische Treiben in der ...
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Tanz Juni 2012
Rubrik: medien, Seite 60
von
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