«Duplex» in Aix-en-Provence
Nach der Premiere sage ich zu Josette Baïz: «Duplex ist wie ein Resümee der letzten Stücke von Preljocaj.» Für die einstige Interpretin von Gallotta ist das Kompliment die Höchststrafe. Baïz arbeitet in Aix-en-Provence, wie Preljocaj. «Er hat also auch ein Stück in einem weißen Raum gemacht?» Nicht nur das. «Duplex», neuester Wurf von Baïz, vereint die Gewalt von Preljocajs «N», das Esoterische von «Near Life Experience» und den Humor von «Les 4 saisons ...». «Jetzt werden sie hier sagen, dass ich ihn kopiert habe. Dabei habe ich seine Stücke gar nicht gesehen.
» Den Unterschied zwischen Kopie und Synthese dahingestellt, gehen Baïz und Grenade sowieso ihren eigenen Weg. Nach fünfzehn gemeinsamen Jahren parodieren in «Duplex» die Interpreten sich selbst. Ohne Scheu, dort wo es wehtut. Da wird gezerrt und gebissen. Baïz hat sie eingesperrt, zu neunt in eine Zelle. Keiner entkommt vor sich selbst. Aggressionen, Lüste, Sinnlichkeit. Nichts ist tabu. Überheblichkeit, Esslust, Liebeshunger werden nach außen gekehrt. Bisher stand bei Grenade Dynamik im Vordergrund und die Vielzahl der beherrschten Stile. In «Duplex» sind es Beziehungen. Das beginnt per Urknall und endet transzendental. ...
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