Der neue Ballettchef

«freier fall» und «Sucht» in Kassel

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Anderthalb Jahre lang haben die Tänzer des Staatstheaters Kassel auf ihren Ballettdirektor gewartet. In seiner taiwanischen Heimat kämpfte er gegen die Leukämie. Sie haben gewartet, denn ihr Intendant hielt dem jungen Kuo-Chu Wu, den sein Mentor Lin Hwai-min schon als seinen Nachfolger am taiwanesischen Cloud Gate Dance Theatre sah, den Platz frei. Das zählt zu den Charakterleistungen, die an unseren Theatern selten geworden sind. Leider hat die Geschichte kein Happy End.

Als Wu in Taipeh auf dem Weg zur Besserung zu sein schien, kam die Nachricht von seinem Tod – nicht durch Leukämie, sondern durch einen Virus, den er sich im Krankenhaus einfing. Da die Show weitergehen muss, präsentiert das Staatstheater Kassel nun wenige Wochen nach Wus Tod einen zweiteiligen Ballettabend, in dem sich die zwölf Tänzer des kleinen Ensembles ihre Trauer und ihren Frust vom Leib tanzen können.
Mindestens in «freier fall» des bis dato in New York lebenden, künftigen Kassler Ballettchefs Johannes Wieland (Foto: Sebastian Lemm)  funktioniert das leidlich. Lukas Noll stellt dem Choreografen auf die breite, nicht sehr tiefe Bühne des Kuppeltheaters, die dem Staatstheater wäh­rend der Renovierung seines ...

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Tanz Mai 2006
Rubrik: on stage, Seite 40
von Jochen Schmidt

Vergriffen
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