Reine Erleuchtung
Alles endet, wie es begann: eine ergraute, seltsam alterslose Gesellschaft lagert leblos hingestreckt auf Plastikschalsitzen. Schlaf? Koma? Altersheim? In der jüngsten Produktion des kanadischen Spiritual-Choreografen Benoît Lachambre mit seiner Kompanie par b.l.eux ist die Bühne ein Ort des Versickerns. Leben findet statt als Behauptung. Austausch wird zum energetischen Raunen, und wenn das 10-köpfige Ensemble Spaß hat, dann reden sie in Zungen, die niemand versteht. Dann spielen sie Spiele, deren Regeln niemand begreift.
Der gemein(sam)e Raum («lugar común») ist sogar sehr schön. Mit hellen Holzplatten wirkt der Boden heimelig, die gut drei Dutzend Stühle sind zu einladenden Sitzgruppen gestellt. In diesem Ambiente haben Lachambre und seine Kompanie ein Panorama entwickelt, das über die esoterische Nummernrevue nicht immer hinauskommt. Manchmal gefällt es sich in Klamauk. Dann sammeln sich alle zu einer Talkrunde, die vom ersten Wort an verheddert und laut ist, alle reden gegen alle, bis Fabrice Ramalingom zur Ordnung ruft. Als die Runde aus ihrer Erstarrung wieder erwacht, ist sie vor lauter Harmonieseligkeit gar nicht mehr zu bremsen. «Es ist gut, es ist offen!», säuselt ...
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