düsseldorf: ballett am rhein «b.13»

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Als wäre in der Welt alles zum Besten bestellt, so gleitet die Tänzerin lächelnd dahin. Doch plötzlich erschrickt Marlúcia do Amaral, verfällt in eckige Bewegungen und gebärdet sich wie eine Irre, besinnt sich dann aber wieder auf ihre Rolle als anmutige Ballerina. Wer Martin Schläpfers Werk kennt, fühlt sich sofort an eine Szene aus «Neither» erinnert, als die Solistin verstört, mit X-Beinen und aufgerissenen Augen auf das Publikum zustolperte. Der einsame, gebrochene Mensch – beständig wankt er so durch das Œuvre des Düsseldorf-Duisburger Ballettchefs.

Auch die «Ungarischen Tänze», uraufgeführt im Rahmen von «b.13», sind voll solcher Brüche.

Dabei schlägt der Abend bescheiden den balletthistorischen Bogen von George Balanchine über Hans van Manen zu Martin Schläpfer. Der Schweizer stellt sich dorthin, wo er hingehört: In eine Reihe mit den Meistern des neoklassischen Tanzes. Van Manen, seinem Vorbild und Wegbegleiter, sind die «Ungarischen Tänze» denn auch gewidmet. Die neue Kreation zu einzelnen Nummern aus Johannes Brahms‘ gleichnamiger Komposition ist kongenial – wenn der dramaturgische und choreografische Feinschliff, die Pointierung, auch erst im letzten Drittel perfekt ist.

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Tanz Januar 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 39
von Bettina Trouwborst

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