Druck im System
Dackelkacke im Gesicht einer Kritikerin – was haben Sie gedacht, als Sie davon gehört haben?
In meiner Wahrnehmung ist das ein Einzelfall und das, was anschließend daraus gemacht wurde, deckt sich überhaupt nicht mit dem Bild, das ich von der Tanzszene habe. All die positiven Entwicklungen geraten bei so einem Skandal natürlich in den Hintergrund. Das finde ich ärgerlich.
Welche positiven Entwicklungen meinen Sie?
Ich habe mich vor neun Jahren selbstständig gemacht.
Damals waren Themen wie Gesundheitsmanagement oder Coaching in der Kulturwelt noch völlig abseitig. Das galt als skurril. Aber in den letzten vier, fünf Jahren wurden diese Methoden mit einer Vehemenz in die Tanzlandschaft gepflanzt, die mich selbst überrascht hat. Das fängt beim Bühnenverein an, der einen «Wertebasierten Verhaltenskodex» publiziert hat. Die Auseinandersetzungen an den Häusern werden heute ganz anders geführt, einige davon habe ich begleitet. Sie bauen Konfliktlotsen auf, setzen manchmal auch interne Mediator*innen ein. Es gibt die Vertrauensstelle Themis gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. Das ensemble-netzwerk und die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger hat die Erhöhung der Mindestgage für ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz 4 2023
Rubrik: Kunst und Kritik, Seite 50
von Nicole Strecker
ISA ROSENBERGER
Die Wahlwienerin Isa Rosenberger recherchiert zu alternativen Lesarten von Geschichte und entwickelt aus den Ergebnissen ihrer Forschung künstlerische Inszenierungen. «Schatten, Lücken, Leerstellen», noch bis 1. Mai im Kunsthaus Graz zu sehen, ist die bislang umfangreichste Ausstellung der Mittfünfzigerin, präsentiert werden sechs ältere Werke sowie...
In Mats Eks «A Sort of …» tritt Vivian Assal Koohnavard aus dem Publikum auf die Bühne. Und dann performt sie etwas, das sich nicht in eine Schublade pressen lässt, sie tanzt einen burlesken Spaß und eine sensible Charakterstudie, und gerade, wenn man sich auf die Anmut und die Ästhetik ihres Tanzes eingestellt hat, kippt das Gezeigte in drastische Gewalt. Und...
Einmal hatte Marco Berrettini richtig Pech. Er arbeitete an einer Inszenierung in Paris, an einem dieser Theater mit vielen verwinkelten Korridoren und Räumen, die nur nach Eingabe eines Codes am Türöffner betretbar sind. Ein sicherer Ort, um dort sein technisches Equipment zu verwahren. Sollte man meinen. Und doch war plötzlich alles weg: Computer und vor allem...
