Dominoeffekt
Es war 2009, als das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) den Tanz mit einer besonderen Förderung bedachte. Herausragende frei arbeitende Choreograf*innen und Ensembles sollten über drei Jahre gefördert werden – für mehr Planungssicherheit, um sich eine Struktur aufbauen zu können, um sich weiter zu professionalisieren. Eine großartige Idee, um die Szene zu stärken. Diese sogenannte Spitzenförderung wurde wenig später ausgeweitet auf die Bereiche Theater und Performance und Kinder- und Jugendtheater. Dem Ansatz wurde bundesweiter Modellcharakter nachgesagt.
Nun aber bröckelt diese Förderarchitektur gewaltig. Die Freie Szene in NRW ist in Aufruhr. Es droht eine Reduzierung der Fördermittel um 50 Prozent.
Akut betroffen sind die Bereiche Theater sowie Kinder- und Jugendtheater. Der aktuelle Förderzyklus endete gerade im Juni. Eine erneute Ausschreibung war lange mit einem Fragezeichen versehen. Über Monate wussten die Künstler*innen nicht, ob und wie es weitergehen würde. Anfang Mai wurden erste Planungen aus dem Ministerium publik, mit drastischen Kürzungen und Neustrukturierungen. Nach massivem Druck wurde nachjustiert, nun heißt es: Bei der Spitzenförderung Theater bleibt die Höhe der ...
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Tanz Juli 2025
Rubrik: Praxis, Seite 62
von Sarah Heppekausen
1816 gilt als «Jahr ohne Sommer»: Ein Vulkanausbruch in Indonesien hatte große Mengen Asche in die Atmosphäre geschleudert, was erst zu Unwettern und dann zu Missernten, Hungersnöten und Seuchen in Westeuropa und Nordamerika führte. Die englische Autorin Mary Shelley urlaubte damals mit Freund*innen am Genfer See, und weil die Gruppe wegen des Wetters das Haus...
Was kann ein Programmheft? Wem dient es, und welche Rolle kommt ihm außerhalb des Theaters zu? Ein Programmheft kann zur Vorstellung gehören, es muss aber nicht. Es ist eine Art Rahmen, der von manchen gar nicht wahrgenommen wird. Es ist ein Buch, das als graue Literatur aber nur äußerst selten im Buchladen ausliegt. Und dennoch prägt es die Hervorbringung eines...
Ballerinnen wollen bewundert werden. Und wenn eine Primaballerina mit 50 noch tanzt, sowieso. Bei Lucia Lacarra ist nach wie vor alles da: ihre kraftvolle zartgliedrige Figur, die wunderschönen Arabesques und dieser umwerfende Spann, der jedes ihrer immer noch mühelos in die Höhe schnellenden Développés in die Unendlichkeit des Raums verlängert. Die ausdrucksvolle...
