Digitaltwist

Auch Tanzhochschulen bereiten die Studierenden auf die neuen Möglichkeiten im Umgang mit Virtueller Realität und Künstlicher Intelligenz vor. Vom Kölner Symposion «Dance 4.0» berichtet Arnd Wesemann

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Virtuelle Realitäten sind reine Augenwelten. In künstlichem Computerdesign huschen immaterielle, sich schnell verflüchtigende Avatare durch den Raum, von realen Körpern keine Spur. Zwar wird der Blick um 360 Grad erweitert, spart jedoch großzügig den eigenen Körper aus. Man sieht die Hände nicht vor Augen, sie werden angezeigt wie graue Mauszeiger. Auch das Tanzbein schwingt nicht: Unter dem Headset bleibt nur ein Phantomschmerz, die unsichere Gewissheit, überhaupt auf zwei Beinen zu stehen.

Neulinge empfinden die VR-Brille oft wie eine Amputation: Die Gliedmaßen sind weg, man fühlt nur noch, dass sie da sind. Darum lässt VR den Körper schwindeln.

Welt ohne Körper
Bei einem Netzwerktreffen im Deutschen Tanzarchiv in Köln anlässlich des «Moovy»-Tanzfilmfestivals, das Mitte März ein Dutzend solcher Anwendungen – darunter auch «The Cosmic Egg» auf Grundlage einer traditionellen Erzählung – aus Augmented und Virtual Reality (VR) in der TanzFaktur präsentierte, wird dieser Aspekt der VR als «dialektisches Phänomen» beschrieben. Je mehr sich der Blick vom eigenen Körper entfremdet, desto stärker das Gefühl der Immersion – des Eintauchens aller Sinne in eine Welt ohne Körper, als wäre ...

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Tanz August/September 2024
Rubrik: Ideen, Seite 54
von Arnd Wesemann

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