Die Tanzlust der Kinder

Zwei Künstlerinnen aus NRW, Silke Z. und Stephanie Thiersch, haben festgestellt, dass Kinder mit Feuereifer beim Tanz dabei sind, wenn man sie nur lässt.

Tanz - Logo

Das Chaos droht: marodierende Mini-Zuschauer, sabotierende Zwischenrufe, Anarchie auf kleinen Beinen. 260 Schulkinder backstage bei einer Vorstellung – da kann eine Choreografin schon nervös werden. «Ich hatte eine Heidenangst», gesteht Silke Z. Bei ihrer Produktion «It’s a Man’s World» für Zuschauer ab zehn Jahren holt sie das Publikum für die ersten zwölf Minuten mit auf die Bühne. Eine Idee, bei der ihr erst gar nicht wohl war. «Aber mein Dramaturg meinte, es sei doch ein Erlebnis für die Kinder. Ich solle ihnen ruhig etwas zutrauen.

» Am Ende haben die Kinder die Kölner Choreografin stark beeindruckt. In einer Szene schreien die Tänzer das Publikum an. Während Erwachsene pikiert schweigen, Jugendliche sich du-cken und zucken, schreien die erschrockenen Kinder zurück. «Es ist doch interessant, wie direkt die Kommunikation Tänzerkörper – Kinderkörper funktioniert», sagt Silke Z. (Z. für Zimmermann). Bei welchem Publikum kann ein Künstler schon so viel Energie freisetzen wie bei Kindern?
Silke Z. ist eine von auffallend vielen Tanzschaffenden, die in letzter Zeit die Kinder als Zielgruppe entdeckt haben. Produktionen für junges Publikum waren in Deutschland bislang äußerst rar. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2010
Rubrik: Festival, Seite 60
von Bettina Trouwborst

Vergriffen
Weitere Beiträge
Éric Oberdorff: Etre

Éric Oberdorff ist noch immer ein Geheimtipp. Dabei läuft im Theater Hagen schon seit Wochen sein Stück «Libre» aus dem Jahr 2008, schon 2001 gewann er mit «Impression lumières fugitives» den 1. Preis beim Int. Wettbewerb für Choreografen in Hannover. Aber weil er in Nizza lebt und nicht in Paris, weil er in Gießen choreografiert – allerdings auch in Mainz zu sehen...

Fabien Prioville: «Jailbreak Mind»

Der Anfang ist Fliegen. Schräg hinter einem Hubschrauber, im Lärm, beschreiben wir eine Kurve, das wolkige Blau unter uns weicht dem geometrischen Grau einer Stadt, vielleicht New York, riesige Bauten werden erkennbar, Straßenschluchten von oben. Der Flug stoppt, die Kamera, wäre es eine, schaut von oben auf die Silhouette des Helikopters. Etwas fällt aus ihm...

Roberto Bolle

Roberto Bolle sei in seiner Zeit an der Ballettschule der Mailänder Scala ein sehr introvertierter, einsamer Junge gewesen. Er habe sich in den verwinkelten Räumen des Theaters geheime Plätze gesucht, um allein für sich zu trainieren, zu träumen und sich selbst zu Tränen zu rühren. Er verrät das in einem neuen Bildband, «Roberto Bolle – An Ath-lete in Tights», und...