Die letzte Klassikerin
«Manchmal werde ich eingeladen, den Studenten zu erzählen, wie das damals war, in den 1980ern», sagt Alain Platel. 1984 gründete er in Gent das Choreografen-Kollektiv Les Ballets C. de la B.: «Seit man mich nur deshalb fragt, weiß ich, dass ich Geschichte bin.» (Seite 54). Seine kaum jüngere Kollegin Anne Teresa De Keersmaeker gründete 1983 die Kompanie Rosas und eröffnete 1995 in Brüssel ihre Tanzschule P.A.R.T.S. Hier kann sie zusehen, wie ihre Studenten immer jünger werden (Seite 8). Wim Vandekeybus ist noch heute der belgische Benjamin.
1986 gründete er in Brüssel die Kompanie Ultima Vez und versucht nun, seine Kompanie im Jungbrunnen rundzuerneuern (Seite 28).
Die Belgier kommen, hieß ihr Schlachtruf. Die Belgier? Nicht ganz. Das winzige Land ist gespalten, der Kulturkampf zwischen Flamen und Wallonen wurde im Tanz ausgetragen. Der Vater dieser Generation, Maurice Béjart, machte Platz und ging nach Lausanne. Die Bahn war frei für flämische Strukturen. Anne Teresa De Keersmaeker gründete ihre eigenen Studios, bespielte die Oper und das Kaaitheater in Brüssel, geleitet vom kürzlich verstorbenen Hugo De Greef, der im deutschsprachigen Raum die unabhängigen Veranstalter ...
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Die Jury des Benois de la Danse hat sich Zeit gelassen und den Ballett-Oscar erst nach der Veranstaltung vergeben, die dieses Jahr in Vicenza stattfand. Salomonisch das Urteil, das diesmal in jeder Sparte zwei Preisträger präsentiert. So in der Kategorie «Choreografen» mit Wayne McGregor für «Infra» (Royal Ballet London) und José Martinez für «Les Enfants du...
Zählt man ihr erstes Solo «Asch» von 1980 dazu, durchmisst das choreografische Œuvre von Anne Teresa De Keersmaeker fast drei Jahrzehnte, in denen sie annähernd vierzig Werke von hervorragender Qualität schuf. Ihre ersten Stücke wie «Fase» (1982) oder «Rosas danst Rosas» (1983) sind noch immer im Repertoire ihrer Kompanie. In «Rosas danst Rosas», für das sie in New...
