Die Jury Benois de la Danse

Tanz - Logo

Die Jury des Benois de la Danse hat sich Zeit gelassen und den Ballett-Oscar erst nach der Veranstaltung vergeben, die dieses Jahr in Vicenza stattfand. Salomonisch das Urteil, das diesmal in jeder Sparte zwei Preisträger präsentiert. So in der Kategorie «Choreografen» mit Wayne McGregor für «Infra» (Royal Ballet London) und José Martinez für «Les Enfants du paradis» (Opéra de Paris). Es sind Kandidaten, die zwar auf klassischer Basis arbeiten, aber unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen.


Dass Natalia Osipova als «Ballerina» einen Benois verdient, kommt nicht unerwartet. Als Einzige wurde die quicklebendige Bolshoi-Ballerina gleich für vier Partien nominiert – ein Beweis dafür, dass die Moskowiterin nicht nur als Kitri (in «Don Q.») ihrem Publikum den Kopf verdreht. Die Bandbreite ihres Könnens reicht von einer romantischen Rolle in «Giselle» und «Sylphide» über die Medora im Petipa-Klassiker «Le Corsaire» bis hin zu einem Sowjet-ballett à la «Die Flamme von Paris». Mit ihr ausgezeichnet wurde Kirsty Martin als «Manon» des Australian Ballet. Da muss ihr Direktor als Jury-Mitglied wohl ganze Arbeit geleistet haben.
Weniger spektakulär die Entscheidung bei den «Tänzern». Ivan ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2009
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Aaron S. Watkin: «La Bayadère»

Kein Wunder, wenn Solor am Ende nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. Gerade noch hat er Nikija am Heiligen Feuer ewige Liebe geschworen, da findet er sich als Verlobter an der Seite von Hamsatti wieder, der Tochter des Radschas. Obwohl «der edelste Krieger des Landes», ist er nicht der Mutigste. Andere nehmen ihm die Entscheidung ab. Erst als Jirí Bubenícek zur...

Asketische Ekstasen

Zählt man ihr erstes Solo «Asch» von 1980 dazu, durchmisst das choreografische Œuvre von Anne Teresa De Keersmaeker fast drei Jahrzehnte, in denen sie annähernd vierzig Werke von hervorragender Qualität schuf. Ihre ersten Stücke wie «Fase» (1982) oder «Rosas danst Rosas» (1983) sind noch immer im Repertoire ihrer Kompanie. In «Rosas danst Rosas», für das sie in New...

Ives Thuwis: «Rennen»

Das Licht geht aus, und das Publikum brüllt und pfeift. Dabei ist nichts auf der Bühne, nur Dunkelheit. Diesem merkwürdigen prologischen Krawall bei Kinder- und Jugendstücken antwortet, ins Schwarz des Saals im Düsseldorfer Tanzhaus NRW hinein, ein noch heftigeres Brüllen und Pfeifen – wie im Stadion oder beim Konzert. Dann beginnt Rockmusik. Antreibender Rhythmus....