Die Lehrerin: Marie-Geneviève Massé

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Madame Massé, Sie sind als Choreo-grafin, Forscherin und Lehrende auf Barocktanz spezialisiert und haben gerade bei den «Potsdamer Musikfestspielen» eine ausgesprochen spritzige Inszenierung von André Campras «L‘Europe galante» choreografiert. Wie kamen Sie zum Fach? Eher zufällig. 1980 hatte ich meine klassische Ausbildung gerade hinter mir, da veranstaltete Francine Lancelot eine Audition. Sie war die Pionierin des Barocktanzes und hatte staatliches Geld für die Gründung einer Kompanie ergattert.

Damals gab es aber nicht einen einzigen Tänzer in Frankreich, der sich auf Barocktanz verstand. Also musste Francine erst einmal einen Workshop organisieren, und am Ende machte sie dann die Audition. 

Was hat Sie daran interessiert?
Gar nichts! Meine Eltern meinten: «Du liebst doch die Barockmusik, also solltest du da mal hingehen.» Und weil ich zumindest manchmal eine gehorsame Tochter war … ging ich hin. Und wurde genommen.

Wann wurde Leidenschaft daraus? 
Ich war auf Anhieb fasziniert von der Beziehung zwischen Musik und Bewegung. Im Barocktanz gibt es nicht wichtige und weniger wichtige Elemente. Alles ist von gleicher Wertigkeit – und das Ganze hat die Präzision eines Schweizer ...

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Tanz August/September 2018
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Dorion Weickmann

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