Die Hoffnungsträger
Er wirkt tiefgründig, leidenschaftlich, fokussiert: Seine Präsenz ist so stark, dass er selbst beim Training auffällt, wenn er als ein Tänzer unter vielen gar nicht im Mittelpunkt steht. Yu-Min Yang ist seit 2010 Mitglied der Tanzkompanie Konzert Theater Bern und hat sich gegen eine internationale Konkurrenz durchgesetzt und den «Berner Tanzpreis 2016» gewonnen. Allerdings nicht als Tänzer, sondern als Choreograf. Neben dem Tanzen ist das Stückemachen Yangs zweites großes Talent.
Bereits in seiner Heimat, wo er an der Taipei National University of the Arts ein Masterstudium absolviert hat, choreografierte er regelmäßig, so für die von ihm mitbegründete Horse Dance Company. Der Name der Männergruppe, in der er bis 2009 tanzte, wird durch ein dreifaches kalligrafisches Schriftzeichen dargestellt. Das uralte Symbol für Pferd bedeutet «männlich», «energievoll» und ist in China eins der zwölf Tierkreiszeichen. Es kann kein Zufall sein, dass Yu-Min Yang 1978 darin geboren wurde. In Asien sei es, sagt er, ein «gutes Zeichen», das Energie und Vorwärtskommen symbolisiert. Beides passt auf ihn.
Yangs metaphysisches Siegerstück «Blowed-irritated man» zu Live-Musik entzündet sich am Film ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 176
von Marianne Mühlemann
Diese Künstlerin hat den Mut, die Getriebenheit und den Scharfblick, die in Zeiten wie diesen gebraucht werden. Elisabeth Bakambamba Tambwe, geboren 1971 in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, ist seit 2007 Wienerin. Bis vor fünfzig Jahren hieß Kinshasa nach dem belgischen König Leopold II. noch Léopoldville. Der Herrscher hatte sich seinen «Freistaat Kongo»...
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Eine dem Autor beruflich lange verbundene Grafikerin seufzte einmal: «Warum eigentlich dürfen bei Publikationen zum zeitgenössischen Tanz nie Tanzfotos verwendet werden?» Ihre Kümmernis bezog sich auf den damaligen Trend, alle möglichen Bewegungsphänomene zu zeigen, nicht aber choreografische Szenen auf der Bühne. Die Abneigung gegen Tanz-Illustrationen mag sich...
