Die Hoffnungsträger
Sie ist keine Künstlerin – auch wenn das, was sie sich vorgenommen hat und was die internationale Tanzwelt von ihr erwartet, einem Kunststück gleicht: Adolphe Binder übernimmt im Mai 2017 das Tanztheater Wuppertal. Sie ist Kulturmanagerin, Kuratorin und war zuletzt künstlerische Leiterin der GöteborgsOperans Danskompani. Also keine Choreografin, die über ihre Arbeiten Nähe und Zugang zu ihrem Ensemble fände, Tänzer aus eigenen künstlerischen Notwendigkeiten ausguckte, mit ihren Kreationen förderte.
Im Fall des Tanztheaters Wuppertal, das so sehr für und durch das familiäre, ja intime Verhältnis zu seiner Chefin gelebt hat, ist das auf den ersten Blick undenkbar. Ob es wirklich ein Problem ist, da doch niemand die geliebte Gigantin ersetzen kann, wird die Zeit zeigen. Die gebürtige Rumänin Binder muss ihren Weg finden, die 60 Tänzer-Persönlichkeiten aus drei Generationen für sich zu gewinnen.
Sie selbst bezeichnet sich als «künstlerische Strategie-Entwicklerin». Als solche wird sie stark gefordert sein: Die berühmte Truppe soll die rund 40 Bausch-Werke pflegen und handverlesenen Häusern verkaufen. Gleichzeitig bedarf es der Innovation, neuer zeitgenössischer Köpfe und Formate. Dann ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 158
von Bettina Trouwborst
Herumtreibende Eisschollen, tosende Wasserfälle, schäumende Wellen. Vor der Videoprojektion des Stücks «Unterwegs» der isländischen Choreografin Katrín Hall kämpft Duncan C. Schultz, der Tänzer, gegen den Sturm, den ihm ein mannshoher Ventilator entgegenbläst. Als Gasttänzer am Pfalztheater Kaiserslautern fasziniert er und bringt im wahrsten Sinn des Wortes...
Der palästinensische Filmemacher Khaled Jarrar begleitet mit der Kamera eine Familie auf ihrer Flucht nach Deutschland. Als sie die Insel Lesbos erreicht und weiter aufs Festland will, scheitert Jarrar. Die laufende Kamera in der Hand, versucht der Künstler, mit an Bord der griechischen Fähre zu gelangen. Er zeigt seinen Pass, er zeigt sein eingeklebtes...
tanzt. Sie spricht – das ist Teil ihres Tanzens. Klar, die Tänzerin kann auch andere Sachen, sie baut momentan mit am Programm der Europäischen Kulturhauptstadt San Sebastián, ihrer Heimatstadt. Sie choreografiert seit Langem, unterrichtet. Aber die Fünfzigjährige möchte, dass Tänzerin-Sein wertgeschätzt wird: Ist doch nichts Peinliches, Minderbemitteltes, die...
