Die Hoffnungsträger

Jone San Martin

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tanzt. Sie spricht – das ist Teil ihres Tanzens. Klar, die Tänzerin kann auch andere Sachen, sie baut momentan mit am Programm der Europäischen Kulturhauptstadt San Sebastián, ihrer Heimatstadt. Sie choreografiert seit Langem, unterrichtet.

Aber die Fünfzigjährige möchte, dass Tänzerin-Sein wertgeschätzt wird: Ist doch nichts Peinliches, Minderbemitteltes, die Choreografie von jemand anderem aufzuführen! Wobei sie das Glück hatte, 22 Jahre lang mit William Forsythe zu arbeiten, der seine Tänzer ins Entwickeln der Werke einband und ihnen sogar noch auf der Bühne Freiheiten ließ – sprich, die Herausforderung aufbürdete, unendlich viele Entscheidungen zu treffen.

Jone San Martin hat mit Forsythe und dem Tänzer Josh Johnson noch zuletzt ein schnauzbärtiges, wie durch nächtliches Unterholz oder durchs Unterbewusstsein knackendes Solo gemacht, unheimlich und penetrant palavernd; dazu eine Lecture übers Tänzersein mit Forsythe, die zur Performance auswuchert («Legitimo/Rezo»). Neulich stellte sie mit ihrem Kollegen Amancio Gonzalez Kernszenen aus «Clouds after Cranach» von 2005 vor und erweckte das verborgene Entsetzen der von ihr verkörperten Mutter-Figur wieder so zum Leben, dass man als ...

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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 169
von Melanie Suchy

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