Die Hoffnungsträger
Herumtreibende Eisschollen, tosende Wasserfälle, schäumende Wellen. Vor der Videoprojektion des Stücks «Unterwegs» der isländischen Choreografin Katrín Hall kämpft Duncan C. Schultz, der Tänzer, gegen den Sturm, den ihm ein mannshoher Ventilator entgegenbläst. Als Gasttänzer am Pfalztheater Kaiserslautern fasziniert er und bringt im wahrsten Sinn des Wortes frischen Wind mit. Er ist zum ersten Mal in Europa, für ihn eine große Chance, sagt er. Hier sei man risikofreudiger, was Tanz angehe, offener für experimentelle Stücke. Schultz wurde am 2.
Juni 1987 in Saint Louis Park, Minnesota, geboren. Seine Mutter schickte ihn zum Tanz, um Ruhe vom übermütigen Rowdy zu haben. Seitdem ist er im Tanz zu Hause – also immer dort, wo er aktuell produzieren kann. Der gegenwärtige Moment sei für ihn immer der wichtigste, betont er, und träumt doch schon von einer Familie nach der Tanzkarriere.
Wenn der blonde Hochgewachsene einmal nicht probt, interessiert ihn elektronische Musik oder Literatur, etwa von Haruki Murakami. Schultz hat ausdrucksstarke, elegante Bewegungen und einen akrobatischen Tanzstil. Einiges, meint man, habe er sich auch bei den Insekten abgeschaut – Entomologie, das ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 170
von Natali Kurth
heißt die einzig legitime Nachfolgerin von Valeska Gert. Vielleicht kennt sie Gert nicht, denn Freitas kommt von den Kapverdischen Inseln. Aber sie kennt den Karneval ihrer Heimat, und der ist absolut «gertissimo». Freitas inspiriert sich an seinen grotesken Grimassen, Gesten und Gliedern. Und vergrößert sie ins Unheimliche. In ihrem Solo «Guintche» verwandelt sie...
In einer Spielzeit, in der die Diskussion um die mangelnde Sichtbarkeit von Choreografinnen und deren Kreationen auf britischen Tanzbühnen zum Teil künstlich hochgepusht wurde, hat sich paradoxerweise genau das Gegenteil eingestellt: Selten sind so viele Vertreterinnen dieser Zunft in Erscheinung getreten, so jüngst auch eine Tänzerin des Scottish Ballet – Sophie...
Diese Künstlerin hat den Mut, die Getriebenheit und den Scharfblick, die in Zeiten wie diesen gebraucht werden. Elisabeth Bakambamba Tambwe, geboren 1971 in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, ist seit 2007 Wienerin. Bis vor fünfzig Jahren hieß Kinshasa nach dem belgischen König Leopold II. noch Léopoldville. Der Herrscher hatte sich seinen «Freistaat Kongo»...
