Die Genfer «Coppélia» von Cisco Aznar
«Santissima Huil d'olive vierge» heißt das Produkt, das auf dem Proszeniumsvorhang beworben wird. Wenn dieser Konsum-Concours zu seinem Ende kommt, geht es nicht um das vorgestellte Öl, es ist ganz offensichtlich Sand im Getriebe. Frantz und Swanilda haben einen TV-Tanzwettbewerb gewonnen. Der junge Mann will sie trotzdem nicht heiraten und setzt lieber das Preisgeld aufs Spiel. Und: Coppélia hat es ihm angetan, eine Ausnahme-Erscheinung in jeder Hinsicht, aber alles andere als eine naturbelassene Schönheit.
Luis Lara hat als Bühnen- und Kostümbildner so lange an ihr herumgedoktert, bis ihre Hässlichkeit bei einer Horror Picture Show alle Ehre machen würde.
«Coppélia»: ein choreografischer Comic? Ja und nein. Cisco Aznar, seit 1998 ist der Katalane Leiter der Compagnie Buissonnière in Lausanne, hat dem Grand Théâtre de Genève ein Ballett verpasst, das der Musik Léo Delibes’ zum Trotz auf E. T. A. Hoffmann verweist und sich gleichzeitig von ihm distanziert. Wie im Stuttgarter «Sandmann» von Christian Spuck steht weniger eine Kunstfigur im Zentrum, sondern ein Mensch, der sie zu seiner Lust und Belustigung erfunden hat. Immer wieder unterbrechen gefilmte Rückblenden von David Monti ...
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