Paris im Mai
2008, auf den Straßen wälzen sich die Massen voran. Zur Arbeit, nach Hause, zum Vergnügen. Die größten Plakate verkünden den Kinostart von «Sex and the City». Im Mittelpunkt das Happy End am Altar. Die Braut trägt Weiß, um in aller Öffentlichkeit ihre Unschuld zu demonstrieren. Demonstrieren? Oh bitte, vierzig Jahre sind kein Fliegenschiss. Im nordfranzösischen Lille ergeht am selben Tag ein Urteil. Auf Antrag des Mannes wird die Ehe eines muslimischen Paars annulliert. Weil der Frau eine zugesicherte Eigenschaft fehlt. Ihre Unschuld.
Umtauschrecht für Frauen? Es ist das Erste, worüber Julie Nioche an diesem Morgen spricht. Die 30-jährige Choreografin, deren Feminismus ihr Humanismus ist, bleibt überzeugt: Auch wenn Anpassung eine Form der Intelligenz ist, die wir perfektioniert haben, ein Zurück ins Mittelalter gibt es mit uns nicht. Dabei denkt sie nicht nur an die Gleichberechtigung per Kreditkarte. Emanzipation im Tanz braucht keine Manolo Blahniks.
In der einzigen Kunstform, in der Frauen schon immer das Sagen hatten, heißen unsere Referenzadressen: Mechthild Großmann, die Vollblutmimin und Wahnsinnsfrau von Bauschs «Keuschheitslegende» bis zum Münsteraner «Tatort». Bettina ...
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«Empire – Art & Politics». You might think the title refers to the much discussed political treatise by Michael Hardt and Antonio Negri, but this is not quite true. The performance opens with the recording of a film about theNapoleonic Wars. Napoleon himself appears but a few times, the piece continues as “comedy of manners” of society life: it portrays the fancy...
Während die Sonne langsam über der ostindischen Stadt Bhubaneswar untergeht, knapp 438 Kilometer südwestlich von Kalkutta, zieht es Mädchen und Jungs in Scharen ins hiesige Kulturzentrum. Wenn sie die Halle betreten, lassen sie den Lärm und Tumult auf den Straßen in einem der ärmsten Bundesstaaten Indiens hinter sich. Hier drinnen begeistert sie der Odissi, der...
1946 eröffnete in Gdansk eine Ballettschule. Das Militär half dabei nach Kräften. Es gab sie noch, nährende Nähe zur Armee. Aber dann entband der Sozialismus das Militär von allen Kunstpflichten. Heute, so Witold Mrozek, der in Gdansk das Tanzportal Nowy Taniec (Neuer Tanz) redigiert, sind sie alle gegen Tanz. «Die Katholizisten verachten seine Profanität. Die...
