Die Bairishe Geisha
Wo ist er nur, der Schlüssel zu den glücklichen Ahnungen der Kindheit? Versteckt er sich ganz hinten im Schubladeneck? Oder lauert da noch ein verstaubter Albtraum, der seine frühere Wirtin und ihr Publikum gern noch einmal im Schlaf überfallen würde? Und wer ist das graue Fräulein hinter der Glasscheibe? Eine verwunschene Gouvernante oder gar ein verhextes Kind, das zur Puppenmutter der eigenen Fantasie geworden ist?
Seit gut zehn Jahren geistert ein Gespenst durch die Münchner Theaterlandschaft, ein bodenständig-exzentrisches, gutbürgerlich-bohemienhaftes Zwitterwesen mit
(bis dato) drei Gesichtern. Zwei von ihnen, Judith Huber und Marianne Kirch (umzugsbedingt seit Kurzem nicht mehr dabei), tragen souverän die rotlippige Blässe und den pechschwarzen Haarhelm der japanischen Kunstdienstleisterin zur Schau, dazu stilechte Seidenkimonos von Detlev Diehm, während die Dritte im Bunde, Eva Löbau, als Übermama und patente Managerin mit mausgrauer Perücke und Kostüm im Hintergrund dezent die Peitsche schwingt und ihre beiden Paradiesvögel zur Arbeit antreibt.
Wie die konkret aussieht, ist grundsätzlich unberechenbar und schwer zu beschreiben, ist doch «Die Bairishe Geisha» nur zum Teil ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
.fmYoutube { float:left; margin-right: 10px;margin-top: 10px;}
Die Diva ist eine Göttin, der Star ein Himmelskörper. Das setzt Naturgesetze außer Kraft. Elvis lebt – auch in weltlicher Zeit geht es nicht ohne Transzendenz. Dieser Mechanismus ist so alt wie unsere Kultur: Der Heiland stirbt und wird dadurch unsterblich. Nach der politischen Theologie des...
Der Papst forderte die Zweistaatenlösung. Was Krieg zwischen zwei souveränen Gebilden bedeuten würde. Bis dahin gibt's unzählige Sticheleien. Jerusalem, kurz bevor der Papst eintraf, wurde zu «Al-Quds, Hauptstadt der arabischen Kultur» erklärt. Ein Problem? In Ostjerusalem leben mehrheitlich arabisch Sprechende. Sie sind nur eben: israelische Staatsbürger.
Wenn...
Kein Wunder, wenn Solor am Ende nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. Gerade noch hat er Nikija am Heiligen Feuer ewige Liebe geschworen, da findet er sich als Verlobter an der Seite von Hamsatti wieder, der Tochter des Radschas. Obwohl «der edelste Krieger des Landes», ist er nicht der Mutigste. Andere nehmen ihm die Entscheidung ab. Erst als Jirí Bubenícek zur...
