Raimund Hoghe, Faustin Linyekula: «Sans-titre»
Kieselsteine symbolisieren Reinheit und Ewigkeit, Einfachheit und Glück. Aber Faustin Linyekula hält sich mit ihnen die Augen zu und schüttelt sich in Weinkrämpfen. Unser Trost ist, dass bei einem derart drahtigen, federleichten Körper einfach kein Pathos entstehen kann. Hier ist alles wahr, unmittelbar. «Keine Folklore» ist eins von Raimund Hoghes Leitmotiven während dieser Arbeit für Montpellier Danse, die für immer «Ohne Titel» bleiben wird.
Doch das Stück ist nicht titellos. Es verweist auf die, die weder Ausweis noch Heimat noch Titel besitzen.
Linyekula trägt weiße Kiesel auf seinem Rücken. Die sehen aus wie die Wirbelknochen eines Fossils.
Für ihn eine leichte Übung, für Hoghe aber «eine politische Geste und ein Schutz vor Exotismus». Und ein Verweis auf Linyekulas frühere Stücke, in denen er die politische, menschliche und wirtschaftliche Tragödie seiner Heimat Kongo verarbeitet.
Die beiden kennen sich seit 1990. «Ich schätze Faustin sehr, als Mensch wie als Künstler.» Umgekehrt: «Als ich das erste Mal ein Stück von Raimund sah, war ich einfach sprachlos. Ich hatte noch nie von ihm gehört, aber mir war klar, dass seine Welt mir völlig entspricht. Seither verpasse ich keins ...
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