Der Tanzalpinist

Er hat immer wieder das Land gewechselt, die Stadt, das Theater. Hauptsache, er bekommt eine Bühne, findet Tänzer und kann choreografieren; nur darauf kommt es an. Zuletzt empfing Martin Schläpfer den Großen Kulturpreis der St. Gallischen Kulturstiftung. Gerhard Brunners Laudatio in Auszügen

Die Usancen der St. Gallischen Kulturstiftung sehen vor, dass der Laudator seinen Beruf bezeichnet. Ich bin Ruheständler. Vor vielen Jahren war ich Journalist. Als mich der designierte Direktor, Egon Seefehlner, tollkühn zum Ballettdirektor der Wiener Staatsoper berief, und damit zu einem Amtsvorgänger des heute von uns zu ehrenden Martin Schläpfer, spielte es für ihn keine Rolle, dass mir Führungserfahrung fehlte, und vieles andere mehr. Geld spielte kaum eine Rolle, die Gewerkschaft eine wichtige. Was man Budget nannte, fand auf einem Blatt Papier Platz. Handgeschrieben.

 

Der neue Direktor findet in Wien ein anderes Haus vor. Das Geld spielt eine große Rolle, die Gewerkschaft nicht mehr. Wer ist dieser Nachfolger, wer ist Martin Schläpfer? Als Tänzer ist er ausgebildet, anfangs hier in St. Gallen, durch Marianne Fuchs, später an der Royal Ballet School in London. Als Tänzer ist er auch berühmt geworden, zum einen als Preisträger beim «Prix de Lausanne», zum anderen durch zehn ­Solistenjahre bei Heinz Spoerli in Basel. Zwischendurch tanzte Martin Schläpfer ein Jahr lang auch im fernen Winnipeg – und rückte auf zum Principal Dancer. Was ja bis heute lustvoll nachklingt in seinem ...

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Tanz Juli 2020
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Gerhard Brunner