Der Spitzenschuh
Der Spitzenschuh ist ein Synonym für das klassische Ballett. Ohne dieses äußerlich zierlich anmutende, in schimmerndem rosa Satin lieblich die eigene Kraft und Komplexität verleugnende Hochleistungswerkzeug wäre nämlich der Spitzentanz unmöglich, mithin die Technik, deren Optik für die Einordnung des Tanzes in die Rubrik «Ballett» entscheidend ist. Ballett erkennt man am gestreckten Körper, von der Fußspitze bis zum Scheitel; dem himmelwärts Streben der Tänzerin in Arabesquen und Pirouetten. Im Zehenstand verliert der Tanz Bodenhaftung und gewinnt Transzendenz.
Sein Lebenselixier durch die Zeiten.
Nicht von ungefähr entspricht das den Idealen der Romantik, deren widerstandsfähigstes Geschöpf noch heute die klassische Ballerina ist – gleichermaßen unzeitgemäß wie zeitlos. Erhalten werden soll ihr ätherisches Erscheinungsbild, sie ist Wassernymphe, Elfe, Sylphide und verwunschenes Schwanenmädchen, Wili, Fee und Schattenwesen. Aber im 21. Jahrhundert: keine Esoterik ohne Science-Fiction. Um die feine Illusion des Übernatürlichen athletisch zu perfektionieren, kommen zu neuesten neurowissenschaftlich fundierten Trainingsmethoden auch technisch hochausgefeilte Arbeitsinstrumente. Der ...
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Noch ist sie Gruppentänzerin im Hamburg Ballett. Im verflixten siebten Jahr startete die bühnenpräsente 27-jährige Brasilianerin durch. Sie profilierte sich in mehreren Solopartien, weckte bereits in der ersten Spielzeit-Premiere als Mädchen in John Neumeiers Choreografie von Maurice Ravels «Daphnis und Chloë» Aufmerksamkeit und Neugier. Mariana Zanotto gab der...
Eisiger Wind fegt über den Friedhof Montmartre. Warum nur lässt sich dieses Grab nicht mehr finden, es war doch irgendwo in der Nachbarschaft von Théophile Gautier, nicht weit von der Ruhestätte der Brüder Goncourt? Oder doch näher bei Heinrich Heine und Hector Berlioz? Komischerweise ist es auch vom Friedhofsplan verschwunden.
Da erscheint hinter der nächsten...
Raus aus dem Geklumpe! Soll man der zeitgenössischen Tanzszene Böses wünschen? Nein, das geht doch nicht. Sie hat es sowieso schwer genug. Tanz ist marginalisiert im Vergleich zu den anderen Künsten, beutet sich unaufhörlich aus. Immer fehlt es an allen Ecken und Kanten. Nur wie, fragt man sich, konnte es sich die Szene trotz all dieser Widrigkeiten so gemütlich...
