Der Rücken

Dreht euch um! Die Kehrseite unseres Körpers ist eine Offenbarung. Von einem selbst nur selten zu sehen, verspricht der Rücken im Tanz immer neue Aussichten

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Der Rücken ist unsere Schattenseite. Immerzu ist er hinten. Den eigenen Rücken sehen wir nicht, aber lauter Rückseiten vor uns in der Menge. Wer keinen vor sich hat, ist Sieger, Erster am Ziel. Den eigenen Rücken fühlt man nur. Und wie. Statistisch betrachtet, hat die überwiegende Mehrheit der Zeitgenossen Probleme damit. Viele bewegen sich zu wenig, andere heben falsch oder tragen schief. Tänzer und andere Hochleistungssportler arbeiten zu extrem und zu früh in der Kindheit am Rücken. Ratschläge gegen Rückenschmerz gibt es zahllose.

Die einen propagieren einen starken Rücken aus Muskeln, andere weisen auf Fehlfunktionen hin, die die Bauchmuskeln schwächen, was wiederum den Rücken schädigt. Lümmeln soll gut sein und ein Glas Wein zur Durchblutung, bloß nicht «Stillsitzen». Doch ist das militärische Brust-raus-Po-rein zwecks Allgemeinstraffung nicht totzukriegen. Mir wurde als Kind gegen meine «schlechte Haltung» mit Ballett gedroht, was dem unwissenden Mädel deshalb vermeidenswert schien. Zum Tanz also später.

Was ist der Rücken und was soll er? Was tut er, darf er, kann er? Den Rücken zu betrachten, öffnet den Blick aufs Menschliche. Das fing vor Urzeiten damit an, dass die ...

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Tanz August/September 2008
Rubrik: Tänzer in Teilen, Seite 32
von Melanie Suchy

Vergriffen
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