Aschenflug

«Zarathoustra. Le chant de la danse» in Lausanne

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Es zündet der «Götterfunke». Wie der Vogel Phönix hebt sich das Béjart Ballet Lausanne aus der Asche seiner Vergangenheit und tanzt so, wie man es in Erinnerung hat: mit jugend­lichem Impetus und einer Kraft, die keine Grenzen akzeptiert. «Alle Menschen werden Brüder» nennt Béjart seine Szene, die er Beethovens Neunter entlehnt.


Vor mehr als vierzig Jahre hat Béjart «La Neuvième Symphonie» geschaffen, nahezu zeitgleich mit der «Messe pour le temps présent», die der Sohn eines Philosophen jenem Philosophen widmet, der zu einem Fixpunkt seines Lebens werden sollte: Friedrich Nietzsche, bei ihm ein bebrillter Mann in einem etwas altmodischen Anzug, der das Ballett «Zarathoustra. Le chant de la danse» imaginiert. Gilles Roman verkörpert ihn, der stellvertretende Direktor der Kompanie. Ihm nimmt man den Tanz ab, den Niet­z­sche in «Also sprach Zarathustra» 64-mal zur Sprache bringt. Ausgreifend, sich manchmal in schnellen Gesten verlierend, stellt er seinen geschmeidigen Körper in den Dienst der Beethoven- und Wagner-Musik. Wie eine Projektion erscheint er in Gestalt von Julien Favreau: ein altpersischer Religionsstifter und Revolutionär, den Nietzsche zum Kampf gegen Gott anstiftet. ...

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Tanz Mai 2006
Rubrik: on stage, Seite 42
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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